Mehr als 500 Aussteller zeigen vom 31. August bis 8. September auf dem Düsseldorfer Messegelände die Neuheiten auf dem Wohnwagen-, Wohnmobil- und Zubehör-Markt; rund 150.000 Besucher werden erwartet. Zu sehen sind außerdem die Ergebnisse eines Designwettbewerbs mit dem Titel "Der neue Campingplatz". Es gibt Fahrtrainings mit dem Wohnanhänger und mit Reisemobilen und natürlich die Möglichkeit, direkt am Messegelände zu campen.
Wie sich die beiden im Grunde gegensätzlichen Ziele "größtmögliche Mobilität" und "größtmöglicher Luxus" kombinieren lassen, soll die Sonderschau "Traummobile" zeigen. Die Firma Touring Sport Landsberg (TSL) aus Swisttal bei Köln etwa zeigt den Rockwood Classic Royale, ein 11,25 Meter langes Fahrzeug auf Basis eines Mercedes-Benz-Lkw (Actros). Von außen wirke der Reisetruck, so eine Fachzeitschrift, "wegen der vielen Türen und Klappen wie ein Adventskalender". Die größte Öffnung befindet sich am Heck: Dort passen ein Smart nebst Motorrad hinein. Im Innern des 313-PS-Palais gibt es ein Schlafzimmer mit 1,60 Meter breitem "Queens-Bett", zwei elektrisch ausfahrbare Erker, Küche mit Spülmaschine, Waschmaschine, Porzellantoilette, einen komplett mit Marmor und Granit ausgelegten, beheizten Fußboden sowie eine in Wohnmobilen bislang einmaligen Dusch-Dampf-Sauna-Kombination. Das Fahrzeug wiegt 14,5 Tonnen, allein der Frischwassertank fasst 737 Liter.
"Jedes Mobil ist eine Einzelanfertigung", sagt Firmeninhaber Jürgen Landsberg. "Fahrzeuge dieser Art werden gebaut wie ein Haus. Der Kunde bestimmt die Hölzer, die Fliesen, die Breite der Schubladen - einfach alles." Und dann zahlt der Kunde natürlich auch: 450.000 Euro kostet der Rockwood Classic Royale. Wer so etwas kauft? Landsberg: "Das sind Menschen, meist älter als 50 Jahre, die sehr viel gearbeitet haben und nun auf Reisen gehen wollen, um das Leben zu genießen."
Mobile Geborgenheit lautet die eine Schlüsselvokabel, Luxus die andere, um die sich auch bei der Firma Vario aus Bohmte bei Osnabrück alles dreht. Die Besonderheit der Vario-Luxusdampfer besteht in ihren immensen Heckgaragen für "Beiboote" wie etwa Porsche Boxster oder Mercedes SLK. Andere Prioritäten setzt die Firma Unicat aus Hambrücken bei Karlsruhe (Motto: Der Weg ist das Ziel). In Düsseldorf zeigt das Unternehmen das nagelneue Modell UXL 17 HD, ein Gelände-Reisemobil der Sonderklasse. Als Antrieb sitzt ein Cummins-Motor mit 14 Liter Hubraum und 525 PS im Heck des Allradlers mit sechs jeweils 1,1 Meter Durchmesser großen Rädern.
Das Auto, an dem die Unicat-Mitarbeiter rund zwei Jahre lang schweißten, schraubten und zimmerten ist beschusssicher gepanzert, allein die Dicke der Glasscheiben beträgt 3,5 Zentimeter. Auftraggeber des Monstrums mit Schlafzimmer, Wohnraum, Küche und Büroecke an Bord ist ein US-Unternehmer aus der Computerbranche. Der Mann zuckelte dereinst mit einem VW-Bus zwei Jahre lang durch Afrika. Jetzt in er gut 20 Jahre älter und einige Millionen Dollar reicher - und träumt erneut von einer Tour durch den schwarzen Kontinent. Anfang 2003 soll es losgehen. Bis dahin soll auch der Unicat, der noch unmittelbar vor Beginn des Caravan-Salons im Gelände getestet wurde, endgültig abfahrbereit sein.
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