Montag, 23. November 2009

Auto



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22.12.2003
 

Ferrari 612 Scaglietti

"The Ingrid"

Italian Style auf der Detroit Motor Show: Ferrari enthüllt auf der ersten Auto-Leitmesse des neuen Jahres im Januar einen neuen Viersitzer, den 612 Scaglietti. Nie zuvor war ein Ferrari so luxuriös und geräumig wie dieser.

Ferrari 612 Scaglietti: Von vorne sieht der Italiener unwiderstehlich aus
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Ferrari 612 Scaglietti: Von vorne sieht der Italiener unwiderstehlich aus

Zu Gunsten einer Fahrt mit diesem Auto wird mancher Privatjet am Boden bleiben, mancher First-Class-Flug storniert werden. Sehr reiche und sehr extrovertierte Menschen wird man künftig auch daran erkennen können, dass sie mit einem Ferrari 612 Scagliette vorfahren. Die Karosserie des Grantourismo stammt von Ken Okuyama aus dem Hause Pininfarina, dem Designer, der auch den Ferrari Enzo und den Maserati Quattroporte in Form brachte.

Vor allem von vorne sieht das Auto ziemlich unwiderstehlich aus: Wie die Bügelfalten auf den Kotflügeln mit einem lässigen Schwung den riesigen Kühlergrill umrunden, wie elegant die Haube in die Frontpartie eingebettet ist und wie fein die mandelförmigen Klarglas-Scheinwerferabdeckungen geformt sind - das hat Stil und Klasse.

Erstmals fährt Ferrari ein Zwölfzylindermodell in Aluminium-Bauweise vor. Der Motor sitzt hinter der Vorderachse, Kupplung und Sechsgang-Automatikgetriebe sind an der Hinterachse platziert. Die für Sportwagen klassische Transaxle-Konfiguration also. Für die Gewichtsverteilung geben die Italiener das Verhältnis 46:54 zwischen vorne und hinten an. Das leichte Übergewicht des Hecks, so Ferrari, "führt zu deutlichen Vorteilen hinsichtlich der Fahrdynamik".

Nun ist ein Modell wie der 612 Scagliette vordergründig nicht für Vollgasorgien gedacht. Aber es geht natürlich auch. Der V-Zwölfzylindermotor mit 5,7 Liter Hubraum entwickelt 540 PS (400 kW), und die sind schließlich nicht nur zum Herumkrebsen auf dem Standstreifen da. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Ferrari 315 km/h an. Damit bewegt sich das lässig gezeichnete Coupé im Bereich seines einzigen Rivalen, des Bentley Continental GT, dessen W12-Zylindermotor mit 560 PS (411 kW) für 318 km/h taugt.

Das Auto wiegt gut 1,8 Tonnen und steht auf 18 Zoll (vorne) und 19 Zoll großen Rädern. Damit der Hecktriebler die immense Motorkraft auch auf den Asphalt bringt, regelt das System CST (Controllo di Stabilita e Trazione) den Drehmomenteinsatz. Offiziell gilt der Ferrari 612 Scagliette ebenso wie der Bentley Continental GT als Viersitzer, wobei die jeweils zwei Fondplätze der beiden Rivalen Erwachsenen nur auf Kurzstrecken zuzumuten sind, weil es eben doch arg eng zugeht. Der Kofferraum des Ferrari bietet immerhin 240 Liter Fassungsvermögen, was für ein Modell aus Maranello durchaus stattlich ist. Die Briten können in dieser Kategorie allerdings mit 370 Litern Volumen auftrumpfen.

Der Beinamen des neuen Ferrari, Scaglietti, ist eine Hommage an Sergio Scaglietti, einen Karosseriebauer, der in den fünfziger und sechziger Jahren einige spektakuläre Ferrari entwarf. Vor allem seine Arbeitsweise machte Signore Scaglietti berühmt: Er skizzierte nicht lange mit dem Bleistift, sondern legte gleich mit Aluminium los und formte Karosserien, wie ein Bildhauer Skulpturen formt.

Intern übrigens trägt der neue Ferrari 612 Scaglietti den Spitznamen "The Ingrid". Und zwar deshalb, weil seine Linienführung an das Modell 375 MM Berlinetta Aerodynamica aus dem Jahre 1954 erinnert. Von diesem Wagen wurde nur ein einziges Exemplar gefertigt, und das bekam Regisseur Roberto Rossellini, der es wiederum seiner damaligen Frau Ingrid Bergman zum Gebrauch überließ.

Mit dem Neuen werden sich wieder Film- und Fernsehstars eine Freude machen. Rund 210.000 Euro (und damit etwa 50.000 Euro mehr als der Bentley) kostet das Auto. Ab März bei jedem Ferrari-Händler.

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