Unna/Köln - Noch gurrt sie, die Taube auf dem Ast über dem schwarzen Ford Ka. Doch ihr Entschluss, sich dem Kleinwagen zu nähern, ist zugleich ihr letzter. Kaum setzt sie sich auf die Motorhaube, fliegt die Klappe auf und erschlägt sie. "Der Ford Ka, der will nur spielen", heißt es abschließend in dem Spot.
Der Fernsehwerbespot, der auch im Internet abrufbar ist, entsetzt Deutschlands Taubenzüchter. Der Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Rassetaubenzüchter, Harald Köhnemann, sprach am Dienstag in Unna von Tierquälerei und einer Verhöhnung von Tauben. Die 25.000 Rassetauben-Züchter und 80.000 Brieftauben-Züchter in Deutschland seien empört. Ford müsse den Spot zurücknehmen und sich entschuldigen.
"Es handelt sich um eine künstliche Taube, deshalb ist es keine Tierquälerei", sagte dagegen Ford-Sprecher Bernd Meier in Köln. Auch im Internet wird darauf ausdrücklich hingewiesen: "Für den Film wurde ein mechanisches Modell einer Taube eingesetzt. Es wurde selbstverständlich keinem Tier Schaden zugefügt." In drei Schritten wird dem geschockten oder amüsierten Betrachter erläutert, wie der Spot von der Agentur Ogilvy & Mather gedreht wurde.
Zunächst sei der Spot in England im Internet gezeigt worden, sagte Meier. In Deutschland werde er seit Anfang des Monats gezeigt. Es habe Proteste von Tierschützern, aber auch Zustimmung von jüngeren Leuten gegeben, die den Werbefilm witzig gefunden hätten.
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