Schon als die ersten Maybach-Modelle vom Stapel liefen, gab es mehr als zwei Millionen Möglichkeiten an Ausstattungsdetails, unter denen die Käufer wählen konnten. Bei den bescheidenen Zulassungszahlen von 57 Maybach-Exemplaren im Jahr 2003 in Deutschland und 42 bis einschließlich Oktober dieses Jahres dürfte somit sichergestellt sein, dass keine zwei Maybach-Modelle identisch sind. Nun aber wurde das Angebot an Wunschausstattungen ab Werk nochmals erweitert. "Wir setzen unsere Individualisierungsstrategie konsequent fort", sagt Leon Hustinx, Direktor für Marketing und Vertrieb der Marke. "Damit gilt mehr denn je, dass jeder Maybach ein Unikat ist."
Um der Phantasie der Kundschaft ein wenig auf die Sprünge zu helfen, hat Maybach jetzt einen Prototypen gebaut, bei dem sämtliche Chromzierteile im Innenraum mit einer 24-Karat-Echtgold-Auflage überzogen wurde. Passend dazu wurden auch die Felgen des Fahrzeugs mit einem speziellen Goldlack besprüht. "Mit den Erfahrungen aus diesem Projekt", vermeldet Maybach jetzt stolz, verfüge man über das erforderliche Know-how, "auch bei sehr exklusiven Kundenwünschen in Zukunft perfekt vorbereitet zu sein."
Spezielle Wünsche haben unter anderem auch Hotels, die Maybach-Karossen in ihrer Shuttleflotte einsetzen. Für diese Kunden bietet das Unternehmen zum Beispiel Autos mit Multi-Ablagefächern im Fond an - etwa für Erfrischungstücher, falls die Fahrt vom Hotel zum Privatjet mal wieder etwas länger dauert als geplant. Natürlich gibt es Autotelefon für diese Fahrzeuge, fein verkleidete Klapptische, sowie hochflorige Lammfellteppiche im Fußraum. Und das wertvolle Gepäck im 600 Liter fassenden Kofferraum wird durch eine spezielle Decke geschützt.
Häufig, so ist zu hören, äußern Kunden den Wunsch, sie wollten ihr Familienwappen oder ihre Initialen an prominenten Stellen im Innenraum angebracht wissen. Auch das ist ab sofort möglich - zum Beispiel kann das "Privat-Logo" in das Leder der Türverkleidung "reliefartig eingearbeitet" werden, wie Maybach kundtut. Sehr wichtig in Ländern des Mittleren Ostens und Südostasiens ist ein Kompass im Auto. Der wird von Maybach als Rundinstrument in den Dachhimmel im Fond integriert und kann so eingerichtet werden, dass er stets in Richtung eines bestimmten Ortes zeigt. Für Passagiere muslimischen Glaubens eine hilfreiche Einrichtung, die zu den Gebetszeiten die Himmelsrichtung wissen müssen, in der Mekka liegt.
Es gibt für den Maybach natürlich auch das komplette Programm an Kommunikations- und Büroeinrichtung, die in eier Businesslimousine dieses Charakters erwartet wird. Also: Mobiler Internetzugang, Drucker, kabellose Bluetooth-Technologie und so weiter. Wird größtmögliche Diskretion gewünscht, kann der Maybach 62 (das Modell mit 6,17 Meter Länge) mit einer versenkbaren Trennscheibe bestückt werden. Auf Knopfdruck verwandelt sich das elektrotransparente Glas darüber hinaus in eine blickdichte Wand.
Über Preise wird, man ahnt es schon, in diesen Autosphären nur höchst ungern gesprochen. Das ist sehr schade, aber man kann sich auch so zusammenreimen, dass das einiges zusammenkommt, wenn sich die Wünsche summieren. Fest steht jedenfalls, dass der "kleine" Maybach 57 mit 12-Zylinder-Biturbomotor, 551 PS, 900 Newtonmeter und einer möglichen Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ab 310.000 Euro verkauft wird. Selbstverständlich in der Chromausführung, Gold kostet wie immer extra.
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