Renault Vel Satis: Frisch aus der Maske

Französische Oberklasseautos haben es in Deutschland nicht leicht, was an der starken, einheimischen Konkurrenz liegt. Andererseits haftet den Limousinen à la française meist etwas Extraordinäres an. Wie etwa dem Renault Vel Satis, der jetzt ein wenig aufgefrischt wurde.

Renault Vel Satis: Kosmetik an der Frontpartie
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Renault Vel Satis: Kosmetik an der Frontpartie

Der Wagen stammt noch aus einer Zeit, als Renault versuchte, die Oberklasse im Alleingang zu revolutionieren. Das inzwischen eingestellte Modell Avantime verschmolz die Van- mit der Coupé-Idee, was genial gedacht war, doch in der Praxis arge Mängel aufwies. Die Karosserie zum Beispiel war kaum steifer als ein Wackelpudding. Der im April 2002 vorgestellte Vel Satis ging schon mit sehr viel mehr Eifer und Ernst an die Oberklasse-Revolution heran. Das Auto beeindruckte auf Anhieb mit seinem ungeheuren Platzangebot und einem ruhigen, unaufgeregtem Fahrstil.

Das Design jedoch stellte die Kunden vor eine schwierige Entscheidung: Wollte man mit einem Auto dieser Größe und Preisklasse wirklich auffallen um jeden Preis? Der Vel Satis war anders, und das zeigte er mit jedem Quadratzentimeter der Karosserie. Anfangs schien der Mut der Franzosen zu solch ungewohnter Ästhetik belohnt zu werden. Im ersten vollen Verkaufsjahr 2003 entschieden sich in Deutschland 1570 Käufer für das Auto. Doch die Nachfrage sackte rapide ab, im vergangenen Jahr verzeichnete das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg nur noch 699 Neuzulassungen von Vel-Satis-Modellen.

Vel-Satis-Heck: Beeindruckende Präsenz auf Kosten der Sportlichkeit
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Vel-Satis-Heck: Beeindruckende Präsenz auf Kosten der Sportlichkeit

Damit kann Renault nicht zufrieden sein. Deshalb bekam der Wagen jetzt das industrieübliche "Facelift" verpasst. Grundsätzlich wurde der wuchtige Fahrzeugkörper natürlich nicht verändert, das wäre schlicht zu teuer. Aber mitunter lässt sich ja durch einige kosmetische Operationen bereits eine Menge ausrichten. Beim ab Mai erhältlichen Vel Satis wurden deshalb die Frontscheinwerfer gefälliger gestaltet, bekam der Kühlergrill horizontale Streben und einen Chromabschluss an der Oberseite; am Heck wiederum sollen Klarglas-Rückleuchten und ein Doppelauspuff etwas mehr Pep bringen.

Zur Motorenpalette gehören nach wie vor drei Diesel- und zwei Benzinaggregate. Allerdings hat Renault die Einstiegsmaschine, den 2-Liter-Vierzylinder-Ottomotor mit Turbolader von 163 auf 170 PS Leistung gesteigert (von 120 auf 125 kW). Das Drehmoment des Motors liegt bei 270 Newtonmeter. Als Höchstgeschwindigkeit sind 210 km/h möglich, und die Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 gelingt in 9,4 Sekunden; den Durchschnittsverbrauch gibt Renault mit 9,4 Liter je 100 Kilometer an. Das ist kein Pappenstiel, doch immerhin wird hier ein 4,86 Meter langer und 1,57 Meter hoher Reisewagen von gut 1,7 Tonnen Leergewicht bewegt.

Trotz höherer PS-Zahl und der gelifteten Optik haben die Franzosen nur kurz an der Preisschraube gedreht. Kostete das bisherige Einstiegsmodell mit dem 2-Liter-Turbobenziner 31.250 Euro, so verlangt Renault für den neuen Vel Satis mit dieser Motorisierung 31.550 Euro. Zur Serienausstattung des Autos gehören unter anderem sechs Airbags, ABS, ESP, Tempomat, Regensensor, Reifendruckkontrolle sowie eine Klimaanlage und ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem. Ob das reicht, den Vel Satis wieder attraktiver zu machen? Aus dem sonst üblichen Limousinen-Einerlei in Business-Klasse jedenfalls hebt sich der Wagen deutlich ab.

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  • Datum: Montag 11.04.2005 | 14:37 Uhr
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