Concorso d'Eleganza: Schönheits-Show im Park
Wenn es Frühling wird, treffen sich ästhetisch ambitionierte Automobilisten gerne am Comer See. In der in Cernobbio am Südwestzipfel des Sees gelegenen Villa d'Este findet nämlich Ende April der Concorso d'Eleganza statt, eine der hochkarätigsten Oldtimer-Veranstaltungen überhaupt.
Concorso d'Eleganza: Trubel herrscht am Comer See, wenn sich im Frühling die nobelsten Karossen ein Stelldichein geben
Nein, es geht nicht nur um Design beim Concorso d'Eleganza. Denn teilnehmen dürfen nur fahrbereite und vor allem fahrfähige Autos, weshalb zahlreiche Teilnehmer ihre Raritäten auf eigener Achse nach Cernobbio chauffieren. Dort, im weitläufigen Park des ehemaligen Grand Hotels, stehen sie dann, die Preziosen des Automobilbaus. Und wenn dann die verschiedenen Jurys um die Exponate streichen, leise murmelnd und sich Notizen machend, dann geht es doch wieder nur um das Äußere. Schließlich gilt der 1929 erstmals veranstaltete glanzvolle Concorso d'Eleganza Villa d'Este als traditionsreichster Schönheitswettbewerb für herausragendes Automobildesign.
Seit sieben Jahren unterstützt BMW die Veranstaltung, und so stand letztes Wochenende Jahr natürlich auch das Jubiläum des 1955 erstmals vorgestellten BMW 507 sowie des BMW 503 im Mittelpunkt der Veranstaltung. Außerdem bot der 75. Geburtstag des italienischen Designstudios Pininfarina Anlass, einige seltene Stücke des Hauses zu präsentieren, darunter den Cisitalia 202 aus dem Jahre 1947 oder den Lancia Aurelia B24 S des Jahres 1954 und die aktuelle Studie Birdcage auf Maserati-Plattform. Insgesamt 54 historische Fahrzeuge sowie acht aktuelle Konzeptautos beteiligten sich an der Konkurrenz.



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Das Besondere an dem exquisiten Oldie-Treffen am Comer See ist nicht nur die Fülle der automobilen Raritäten, die sich hier versammelt, sondern auch der Realitätssinn der Juroren. Denn beim Concorso d'Eleganza dürfen die Klassiker durchaus eine gewisse Patina aufweisen, "die die Authentizität der Autos eher unterstreicht als der Showzustand, der bei manch anderer Veranstaltung gefordert ist", wie Holger Lapp, der Leiter der Sparte Mobile Tradition bei BMW, erklärt.
Gewinner des Publikumspreises: Der Ferrari 212 Export Spider Vignale aus dem Jahre 1951 verzückte die Besucher der Veranstaltung mehr als alle anderen Autos
Der Hauptpreis der Veranstaltung, die Trofeo BMW Group für das beste Auto der Show, ging an den Alfa Romeo Canguro Coupé Bertone aus dem Jahr 1964; außerdem wurde das im Besitz von Shiro Kosaka befindliche Fahrzeug auch mit dem Preis der anwesenden Fachjournalisten prämiert. Der Publikumspreis Coppa d'Oro di Villa d'Este und damit der Hauptpreis der Besucher - für die am zweiten Tag der Veranstaltung der Park rund um die Villa d'Este geöffnet wird - ging an einen Ferrari 212 Export Spider Vignale von 1951. Die sensibelste und feinste Restauration wurde mit dem Tropheo Ruoteclassiche ausgezeichnet. Der Preis ging an einen Austin Swallow Sports Salon MkII Coupé von 1931. Damit unterstrich die Jury, dass auch ehemalige Kleinwagen Concorso-Sieger werden können.
Ganz in der Tradition des Wettbewerbs gibt es nunmehr seit vier Jahren einen Designpreis für die besten modernen Konzeptfahrzeuge. In diesem Jahr wurden acht Fahrzeuge vorgestellt. Der Concorso d'Eleganza Villa d'Este Design Award ging an die Peugeot-907-Studie aus dem Jahr 2004. Das Zwölf-Zylinder-Coupé wurde von Robert Peugeot vorgeführt.
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