Die Idee dürfte von Ferdinand Porsche stammen. Der konstruierte im Jahre 1897 einen Elektro-Radnaben-Motor, der später im Lohner-Porsche-Elektromobil 1900 auf der Weltausstellung in Paris als Sensation gefeiert wurde. Das Prinzip jedoch, den Motor praktisch im Rad unterzubringen, setzte sich nicht durch. Mitsubishi allerdings hat den Gedanken jetzt wieder aufgegriffen und weiterentwickelt: Im Versuchsfahrzeug Colt MIEV, einem fünftürigen Kleinwagen, erledigen zwei je 27 PS starken Elektromotoren in den hinteren Rädern den Antrieb des Fahrzeugs. Gespeist werden die Aggregate von 22 Lithium-Ionen-Batteriezellen mit jeweils 40 Ah.
Damit schafft der knapp 1,2 Tonnen schwere Colt MIEV (Mitsubishi In-wheel motor Electric Vehicle) eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h und kommt auf eine Reichweite von rund 150 Kilometern. Die Motoren mobilisieren ein beachtliches Drehmoment von 600 Newtonmeter, und Mitsubishi feiert es als großes Plus des Konzepts, dass diese Motorkraft ohne jegliches Getriebe oder andere Verteilermechaniken unmittelbar für die Drehbewegung des Rades genutzt werden kann. Das System werde, so heißt es, künftig weiterentwickelt zu einem Allradantrieb, bei dem alle vier Räder unabhängig voneinander angetrieben werden.
Als weiteren Vorteil des Radmotoren-Aufbaus nennt Mitsubishi die neu gewonnene Design-Freiheit, was die Raumausnutzung im eigentlichen Fahrzeugkörper betrifft. Durch den Wegfall des klassischen Benzinmotors unter der Fronthaube entsteht genug Platz für Hybridlösungen oder, sicher noch zukunftsweisender, einen Brennstoffzellenantrieb. Zudem erhoffen sich die Ingenieure durch die Platzierung der Motoren in den Rädern mehr Möglichkeiten bei der Innenraumgestaltung.
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