Berufsverkehr: Keine Erinnerung mehr an die Fahrt
Hamburg - Fünf Jahre lang zeichnete der Stressexperte Lewis Blutdruck, Herzfrequenz und Stimmungen von Testpendlern auf und verglich sie mit den Werten von Piloten. Ergebnis: In belastenden Situationen stieg der Stresspegel der Pendler stärker an als bei den anderen Testgruppen.
Besonders das Gefühl, dem Stau hilflos ausgeliefert zu sein, beschrieben die Probanden als Zerreißprobe; die Folge sind Aggressionen gegenüber anderen Fahrern.
Ein Detail der Experimente überraschte den Forscher: Der Stress führte häufig dazu, dass sich die Testpendler an große Teile ihrer täglichen Fahrt nicht erinnern konnten - ein von Lewis "Pendler-Amnesie" getauftes Phänomen. "Wenn man jeden Tag anderthalb Stunden pendelt", errechnete Lewis, "verliert man dabei pro Woche einen ganzen Arbeitstag aus dem Bewusstsein."
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