Bugatti Veyron: Teuerstes Sportauto der Welt geht in Serie

Das VW-Vorzeigeprojekt geht allen Unkenrufen zum Trotz an den Start: Der Bugatti Veyron wird ab Montag in Serie produziert. Einem exklusiven Kreis wird der schnellste und teuerste Sportwagen der Welt am Samstag im Elsass präsentiert, auf der IAA wird er nicht zu sehen sein.

Straßburg - Mit mehrjähriger Verspätung wird die VW-Tochter Bugatti Automobiles ab kommendem Montag im Elsass die Serienproduktion des teuersten und schnellsten Sportautos der Welt starten. Der stromlinienförmige Bugatti-Veyron kostet über eine Million Euro und soll es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 407 km/h bringen, mehr als jedes andere für den Straßenverkehr zugelassene Auto.

"Der Wagen ist ausgetestet, nun geht es los", sagte der Chef für Qualitätssicherheit, Heinrich Hinze, am Donnerstag im elsässischen Molsheim. Nach seinen Angaben liegen bereits 50 Vorbestellungen vor - vor allem aus Asien, dem Mittleren Osten, den USA und Russland. Insgesamt rechnen die Autobauer mit rund 300 Bestellungen für das exklusive Gefährt, das dem Konzern zufolge eine "Synthese zwischen leichter Bedienung im täglichen Verkehr und atemberaubender Fahrleistung im Hochgeschwindigkeitsbereich" darstellt.

Die Produktionsstätte wurde mit Bedacht ausgewählt: In der Kleinstadt westlich von Straßburg hatte der legendäre italienische Autobauer Ettore Bugatti 1909 seine Firma gegründet. Bis 1956 wurden hier an die 8000 Rennautos und Luxuskarossen für die Schönen und Reichen der Welt gebaut. Noch heute reisen jeden September Bugatti-Fans aus aller Welt an und kurven mit ihren Karossen durch die Vogesen, wie es einst der geniale Ingenieur Bugatti tat.

Präsentation im Molsheimer Schloss

Der Name Molsheim sei eng mit dem "Mythos Bugatti" verbunden, betonte der Bürgermeister der Kleinstadt, Laurent Furst. Dies habe der frühere VW-Boss Ferdinand Piëch erkannt. Auf seine Initiative erwarb der Wolfsburger Konzern 1999 das Landschlösschen, in dem bereits Bugatti seine Luxus-Karosserien erlauchten Kunden präsentierte. Es gehe um die "Wiederbelebung einer prestigeträchtigen Marke", bestätigte der Chef der Bugatti Automobiles SAS, Thomas Bscher.

 Bugatti 16.4 Veyron: 4,4 Meter Sportwagen für über eine Million Euro
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Bugatti 16.4 Veyron: 4,4 Meter Sportwagen für über eine Million Euro

Mit der Legende Bugatti hofft das Unternehmen, betuchte Autonarren aus der ganzen Welt anzulocken. Einem ausgewählten Kreis aus potenziellen Kunden und Händlern soll der 4,4 Meter lange und zwei Meter breite Zweisitzer am Samstag erstmals feierlich im Molsheimer Schloss vorgeführt werden - auf ausdrücklichen Wunsch der Interessenten unter Ausschluss der Presse. Wer das nötige Kleingeld für die geforderte Anzahlung von 300.000 Euro hat, kann gleich einen Wagen bestellen - und unter mehreren Farbkombinationen für Karosserie und die Innenausstattung aus edlem Rindsleder auswählen.

Dem stolzen Preis entspricht die technische Ausstattung: Der Sportwagen wird mit 16-Zylinder-Motoren aus dem VW-Werk und Sieben-Gang-Getrieben aus Großbritannien ausgestattet, die ihn in 2,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Der durchschnittliche Benzinverbrauch liegt bei 24 Litern pro 100 Kilometer - was den kleinen Kundenkreis freilich kaum abschrecken dürfte. Der Tank fasst immerhin 100 Liter. Gemessen daran wirkt der Kofferraum geradezu bescheiden: Er bietet bestenfalls Platz für einen Aktenkoffer und eine Handtasche. "Der Wagen eignet sich eher für Vergnügungsfahrten als für Urlaubsreisen", räumt Qualitätschef Hinze ein.

Vier Wochen für einen Veyron

Zusammengebaut werden die Nobelwagen in drei Montageboxen. In jeder Box arbeiten fünf Techniker etwa vier Wochen an einem Auto. In diesem Rhythmus dürfte dem Produktionsleiter Rüdiger Meinicke zufolge die angepeilte Stückzahl von 300 Exemplaren in etwa vier Jahren erreicht sein.

Wozu die nagelneue Produktionsstätte mit den rund 30 Beschäftigten anschließend genutzt wird, ist noch ungewiss. Es werde aber Folgemodelle geben, versicherte Meinicke. Angedacht seien etwas kleinere Sportwagen mit einer Stückzahl von "einigen tausend" Exemplaren. Erst dann erhofft sich VW eine Amortisierung der hohen Entwicklungskosten. Denn der Bugatti-Veyron soll dem Wolfsburger Konzern zwar zu neuem Prestige und Glanz verhelfen, rentabel wird er Bugatti-Chef Bscher zufolge nicht sein.

Von Jutta Hartlieb, AFP

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  • Datum: Freitag 02.09.2005 | 14:04 Uhr
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