Das Fürstentum Monaco hat dem Auto aus heimischer Produktion vor wenigen Monaten eine Briefmarke gewidmet. Seit 1. April können Philatelisten das Postwertzeichen für 75 Cent erwerben, das laut Text das "1er Voiture de Sport Electrique" in schwarz-grauer Lackierung zeigt. Zwar wurde der Wagen schon im vergangenen Jahr präsentiert, doch nun kooperiert Venturi mit dem Chiphersteller Intel, der dem Auto eine Highend-Elektronik verpasste. Die sorgt zum Beispiel dafür, dass die insgesamt 7200 Lithium-Ionen-Batteriezellen in Echtzeit überwacht und gesteuert werden, so dass der Fahrer des Fetish stets exakt darüber informiert ist, wie lange der Weg zu nächsten Steckdose noch maximal sein darf.
Die neue Steuerelektronik ermöglicht es zudem, diverse Fahrwerks- und Motoreinstellungen zu verändern. Außerdem kann der Fahrer nun mit seinem Auto online kommunizieren, und zum Beispiel den Ladezustand der Batterien kontrollieren oder deren Ladevorgang steuern, ohne direkt vor Ort zu sein. Für Venturi-Chef Gildo Pallanca-Pastor ist die neue Datenübertragungstechnik ein entscheidender Schritt für die Zukunftsfähigkeit der Elektrofahrzeuge. Der nächste Venturi-Prototyp werde ein Elektro-Sportwagen mit Solarantrieb sein. Diese Autos sollen so untereinander vernetzt werden, dass sie je nach Bedarf und Batterieladung elektrische Energie voneinander kaufen oder einander verkaufen können. Pallanca-Pastor: "Zum ersten Mal in der Automobilgeschichte werden wir das Internet nutzen, um die Umwelt zu schützen und die Energieversorgung zu optimieren."
Der Elektro-Mittelmotor leistet rund 300 PS
Bislang jedoch besteht der Reiz des Modells Fetish in seiner rassigen Optik und der bis auf den Antrieb konsequenten Sportwagentechnik. Ein Alu-Carbon-Rahmen trägt die Karbonfaser-Karosserie, der luftgekühlte Elektromotor ist direkt hinter den Sitzen platziert und leistet 180 kW (zirka 300 PS). Das ist genug, um das nur 1100 Kilogramm schwere Auto in 4,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100 zu beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit des Wagens liegt dagegen bei bescheidenen 170 km/h.
Die Autos werden nur auf Bestellung in Handarbeit gebaut. Als Preis ruft Venturi 450.000 Euro auf. Das ist sehr viel Geld, auch dann noch, wenn man in Rechnung stellt, dass dies ein höchst exklusives, spurtstarkes, aufmerksamkeitserregendes und technisch fortschrittliches Sportcabriolet ist. Und eine eigene Briefmarke hat schließlich auch kaum ein anderes aktuelles Modell.
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