Berlin - Autokäufer in Deutschland werden kostenbewusster. Das ergab eine Umfrage unter 140 Top-Managern internationaler Automobilbauer und Zulieferer, die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG durchführte. Die Fachwelt gehe davon aus, dass sich die hohen Benzinpreise nachhaltig auf das Bewusstsein der Kundschaft auswirken, erklärte Hans-Dieter Krauss, Leiter des Bereichs Automotive bei KPMG.
So sind 84 Prozent der Befragten laut der Studie der Ansicht, dass der Kraftstoffverbrauch eines Autos nach der Qualität das zweitwichtigste Kaufkriterium ist. Binnen eines Jahres sei zudem die Zahl der Branchenfachleute, die von einer steigenden Akzeptanz von Hybridfahrzeugen ausgehen, von 54 auf 74 Prozent angestiegen. In das Bild passe, dass bereits über die Hälfte der Befragten (57 Prozent) "alternative Antriebe" als wichtiges Kaufkriterium bewerten. Vor drei Jahren seien es erst 41 Prozent gewesen.
Um den Vorsprung der japanischen Konkurrenz in der Hybridtechnik aufzuholen, steuern US-amerikanische Autobauer wie General Motors und Ford jetzt um. Auf der Detroit Motor Show ab 14. Januar werden mehr Hybridmodelle denn je auf einer US-Messe erwartet. Auch die deutschen Autobauer setzen auf die Hybridtechnik.
Zumindest die europäische Branche klagt unter der aus ihrer Sicht anhaltend schwachen Preissituation auf dem Automarkt. Die Konkurrenten unterbieten sich mit Gratis-Ausstattungspaketen und Finanzierungen zum Nulltarif. Die Umfrageteilnehmer rechnen damit, dass in den nächsten Jahren immer mehr Autos in den nächsten Jahren aus Asien kommen werden, die in der Anschaffung eher günstiger sind als die Modelle der europäischen und amerikanischen Mitbewerber.
Die Befragung ergab zudem, dass in der Branche das Problem von Überkapazitäten wichtiger werde. 34 Prozent seien der Ansicht, dass Überkapazitäten weltweit mehr als 20 Prozent betrügen. "Vor einem Jahr ging nur jeder fünfte Experte von einer derart hohen Quote aus." Vor allem bezogen auf den chinesischen Automarkt nähmen die Befürchtungen zu. Trotzdem würden fast alle der Befragten erwarten, dass Investitionen in den chinesischen Markt in den nächsten fünf Jahren noch zunähmen.
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