MIEV heißt das sperrige Kürzel, hinter dem die Lösung des Rätsels steckt. Ausgeschrieben bedeuten die Buchstaben "Mitsubishi In-wheel Motor Electric Vehicle", und die aktuelle Studie Concept EZ zeigt diese neue Technik der Japaner erstmals in vollem Umfang. In jedem der vier übergroßen 20-Zoll-Räder steckt ein 20 Kilowatt starker Elektromotor, so dass der kompakte Knirps mit einer Gesamtleistung von 80 kW, also 110 PS antritt. Die Energie für die Aggregate liefern Lithium-Ionen-Batterien, die im doppelten Fahrzeugboden des Konzeptautos untergebracht sind.
Der Witz an dieser Konfiguration eines Autos ist der enorme Raumgewinn im eigentlichen Karosseriekörper. "MIEV befreit nämlich die Entwickler von dem Zwang, sperrige Mechanik zu implementieren, und eröffnet dadurch völlig neue Wege in der Raumausnutzung", erklärt Mitsubishi in einer Mitteilung. Der Motorraum entfällt also bei dieser Art von Automobil, und der gewonnene Leerstand kann dem Raum für die Passagiere oder das Gepäck zugeschlagen werden.
Im Mitsubishi-Konzeptauto wird die Variabilität noch erweitert durch die sogenannte Drive-by-Wire-Technologie, also die elektrische und nicht mehr mechanische Steuerung von Lenkung, Beschleunigung oder Verzögerung des Autos. So kann die Lenkradeinheit im Concept EZ an verschiedenen Stellen des Wagens platziert werden, was neue Konfigurationen der ebenfalls verrückbaren Sitze ermöglicht. Die Japaner sprechen von "drei Innenraumfunktionen" des kleinen Wagens und unterscheiden diese in Fahr-, Transport- oder Lounge-Modus. Die Gestaltung des Autozäpfchens mit den eindrucksvollen Rädern übernahm das europäische Designzentrum des Unternehmens in Trebur.
Bis zum Jahr 2010, so die Ankündigung von Mitsubishi, soll ein Fahrzeug mit Radnabenmotoren als Serienmodell verfügbar sein. Die Japaner setzen auf diese Platz sparende Technologie, weil sie vor allem für kompakte Autos, die vornehmlich im Stadt- und Kurzstreckenverkehr genutzt werden, Vorteile bietet. Derzeit können mit einer geladenen Batterie zirka 200 Kilometer gefahren werden. Der Ladevorgang der Stromspeicher soll bis zur Serienreife auf drei bis vier Stunden verkürzt werden. Wobei keine besondere Infrastruktur nötig ist: Den Saft erhält das viermotorige Elektroauto nach Mitsubishi-Vorstellung aus der Steckdose in der Garage.
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