Ratzeburg - Der Mann aus Schenefeld ist in der Nacht zum Montag etwa 70 Kilometer in beiden Richtungen auf der Autobahn 1 zwischen Hamburg und Lübeck als Geisterfahrer unterwegs gewesen. Erst nach mehr als dreistündiger Irrfahrt wurde der Mann durch eine Vollsperrung in Höhe der Anschlussstelle Öjendorf gestoppt, wie die Polizei mitteilte. Der 82-Jährige habe weder unter Drogen- noch unter Alkoholeinfluss gestanden. Die genauen Hintergründe der Geisterfahrt waren zunächst unklar.
Zum ersten Mal hatten Autofahrer der Autobahnpolizei Bad Oldesloe gegen 2.45 Uhr einen Falschfahrer gemeldet. Die Polizei suchte jedoch vergeblich nach dem gemeldeten Wagen. Drei Stunden später, als der Berufsverkehr bereits rollte, gingen gleich mehrere Notrufe ein, Autofahrer meldeten den gleichen Wagen wie zuvor. Eine Limousine würde auf der falschen Spur Richtung Hamburg fahren, hieß es.
Mit zehn Streifen suchte und verfolgte die Polizei den Senioren. Bei Tempo 110 ließ sich der 82-Jährige weder vom eingeschalteten Blaulicht und Martinshorn eines Polizeiwagens noch von Handzeichen der neben ihm auf der richtigen Spur fahrenden Polizisten zum Halten bewegen. Die zahlreichen entgegenkommenden Wagen blinkte er fortwährend an, weil er sich offenbar im Recht fühlte. Nach dem Ende der Fahrt stellte die Polizei Schäden an der rechten Wagenseite fest. Der Mann war offenbar an einer Schutzplanke entlang geschrammt, Unfälle gab es nicht.
abl/ddp/dpa
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