Nissan-Innenraumdesign: Mobiles Wohnen

Unter den japanischen Autoherstellern versucht Nissan sich seit einiger Zeit als dem Design besonders zugewandte Marke zu präsentieren. In Zukunft soll man dies vor allem an den von Grund auf neu gestalteten Innenräumen der Fahrzeuge erkennen.

"Damit wir uns von anderen Herstellern unterscheiden, haben wir uns auf unsere japanischen Wurzeln besonnen", sagt Shiro Nakamura, der "Chief Creative Officer" von Nissan. Man wolle künftig vor allem der Gestaltung des Innenraums erhöhte Aufmerksamkeit widmen und traditionelle Gestaltungselemente in den Autoinnenraum übernehmen. Nakamura begründete dies unter anderem damit, dass "Japaner beim Reisen guten Komfort einer möglicherweise höheren Geschwindigkeit vorziehen". Auch in Europa dürfte diese Idee auf fruchtbaren Boden fallen - zumal das Verkehrsaufkommen den Tempodrang ohnehin eindämmt und die hohen Kraftstoffkosten auf Dauer ebenfalls zur Entschleunigung beitragen dürften.

Die Konzentration auf den Innenraum erscheint also als konsequent. Nissan rief daher bereits vor drei Jahren das "Modern Living Concept" ins Leben, bei dem die Autoinnenräume nicht mehr nur luxuriös oder schön sein sollten, sondern puristisch und dezent wie japanische Teehäuser eingerichtet sein sollten. Natürliche Materialien und der Verzicht auf überflüssige Dekorationen, so erläutert Designer Takashi Nakajima, sollten zu den wesentlichen Säulen des Interieur-Stylings werden.

In Japan sind einige Autos, die so eingerichtet sind, bereits auf dem Markt. Etwa die Modelle Teana, Tiida, Fuga oder Bluebird Sylphy. Neu in diesen Fahrzeugen ist aber nicht nur die Formgebung der Innenraumelemente, sondern auch ihre Färbung. Nissan setzt auf starke Kontraste. "Wir haben die Beschränkung auf einige wenige Beige- oder Grautöne aufgehoben", sagt Katsumi Makino, General Manager für Farbdesign. Eine der neuen Kontrastfarben ist der Blauton "Agato", ein anderer trägt den skurrilen Namen "Weimaraner". "Inspiriert durch eine deutsche Hunderasse, den Weimaranern, entwarfen die Nissan-Designer diesen seidenartig grau-braunen Farbton neu", heißt es in einer Mitteilung des Autobauers.

Sondermodelle, die von Conran mitgestaltet werden

Die neuen Ansätze werden flankiert von der Zusammenarbeit mit dem Londoner Architektur- und Designbüro Conran & Partners. Dort heißt das "Modern Living Concept" plötzlich "My Room" - meint aber im Grunde das Gleiche: Es geht nicht mehr nur um markante Scheinwerfer oder weit aufgerissene Kühlermäuler, sondern um bunt gemusterte Sitzbezüge, fröhlich gestreifte Glasdächer oder farbenfrohe Armaturen. Das Interieur als Kontrastprogramm - das natürlich sogleich nach einem neuen Begriff schreit, der in der Bezeichnung "Boho-chic" auch gefunden wurde.

Prompt gibt es eine Sonderserie von sogenannten Nissan-plus-Conran-Sondermodellen, die allerdings bislang nur auf dem japanischen Markt angeboten werden. In Deutschland müssen sich die Kunden noch etwas gedulden. Bis der Minivan Cube zum Beispiel nach Europa kommt, was ab der nächsten Generation der Fall sein wird. Und dieses Auto dürfte ziemlich sicher auch als Conran-Sondermodell erhältlich sein - denn eine zuletzt auf 1000 Exemplare limitierte Sonderserie war in Japan binnen 14 Tagen ausverkauft. Außerdem wird Nissan auch seine Nobelmarke Infinity ab 2008 in Europa anbieten - und dann gibt es auch das Edelmodell Fuga mit dem ganz speziellen Innenraum bei uns zu kaufen.

jüp

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  • Datum: Dienstag 20.06.2006 | 14:47 Uhr
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