München – Während der Testsieger mit gepflegtem Kinderspielplatz und "überragenden gastronomischen Leistungen" glänzt, ist das Bistro des Testverlierers an Sonn- und Feiertagen geschlossen, das Essen schlecht und seine Toiletten sind schmutzig. Zwischen diesen beiden deutschen Raststätten, der Mövenpick-Marché-Raststätte Fläming Ost an der A9 und dem Autohof Neumünster-Süd an der A7, liegt das ganze Spektrum der vom ADAC getesteten Anlagen. Die Tester nahmen 63 Raststätten und Autohöfe in sieben Ländern unter die Lupe, davon 40 in Deutschland. Dabei gingen sie unter anderem der Frage nach, wie die Raststätten auch unter Hochbetrieb arbeiten.
Ihr Zustand lässt den Testergebnissen zufolge stark zu wünschen übrig. Knapp ein Drittel der Kandidaten sei mit "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft" durchgefallen, teilte der ADAC heute in München mit. Lediglich zwölf Raststätten zeichneten die Tester mit einem "gut" aus. Die Note "sehr gut" wurde erneut nicht vergeben. Bereits im vergangenen Jahr war das Ergebnis insgesamt enttäuschend: Jede vierte Rastanlage war durchgefallen.
Insbesondere das Ergebnis der deutschen Autohöfe gebe Anlass zur Sorge - ihre Aufholjagd der vergangenen Jahre sei offenbar beendet, sagte ADAC-Vizepräsident Max Stich. Größtes Manko seien unsichere Außenanlagen. Es fehlten Fußwege und gekennzeichnete Überwege. Auch in punkto Familienfreundlichkeit hätten die Autohöfe "verheerend" abgeschnitten. Bei der Gastronomie und den Sanitäranlagen lagen sie ebenfalls hinten.
Familienfreundlich mit Streichelzoo
Für Familien auf Urlaubsreise befanden die ADAC-Tester neun Rastanlagen in Europa für "sehr gut" und zwei für "gut". Beispielhaft seien Gesamttest-Sieger Fläming Ost, die Raststätte Hüttener Berge Ost mit Streichelzoo, Minibagger und Waldgarten, die österreichische Raststätte Mils mit Abenteuerpark und Schaubauernhof, die Raststätte Heidiland im Schweizer Rheintal und die französische Raststätte Montelimar West mit Kletterfelsen, Fitnessgeräten und Waldlehrpfad.
Als sehr familienfreundlich wurden auch die deutschen Raststätten Brohltal West, Bad Camberg West, Greding West und Inntal West gelobt, mit "gut" schnitten die österreichische Raststätte Völkermarkt und die Schweizer Raststätte Luzern Neuenkirch Ost ab. Insgesamt hatte allerdings die Hälfte aller Anlagen keinen Spielplatz. Ausschließlich enttäuschend schnitten die italienischen Raststätten in punkto Familienfreundlichkeit ab, ebenso wie die tschechischen und ungarischen.
Die ADAC-Tester mussten für ihre Mahlzeiten tief in die Tasche greifen: Mehr als die Hälfte der Test-Raststätten waren teuer oder sehr teuer, davon 28 in Deutschland. Am teuersten waren die Anlagen der Schweizer, am billigsten die der Ungarn und Tschechen. Während ein Testmenü in der schweizerischen Raststätte Heideland 20,33 Euro kostete, werden in der Raststätte Strechov nur 6,39 Euro fällig.
abl/ddp/AP
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