Lange Autofahrten: Britischer Mathematiker findet Kinderquengel-Formel

Von Antje Blinda

Spiele, Hörbuch, Plüschtiere – nichts hilft auf Autofahrten. Unabwendbar ertönt es irgendwann von der Rückbank: "Wann sind wir endlich da?" Ein britischer Mathematiker und dreifacher Familienvater hat eine Quengel-Formel ersonnen.

"Mami, mir ist schlecht", "Mir ist langweilig" und: "Wann sind wir endlich da?" – der Chor im Fond kennt auf langen Autofahrten wenige Variationen und kein Erbarmen. Zwar können Eltern ihre Sprösslinge mit diversen Tricks ablenken, doch deren Unterhaltungswert nutzt sich viel zu schnell ab. Die Frage ist wann. Dwight Barkley, Professor für Mathematik an der Warwick-Universität, hat eine Gleichung kreiert, mit der der Zeitpunkt errechnet werden kann, an dem genau diese Frage ertönt: "Sind wir schon da?".

Quengel-Formel: "Mathematik kann viele Fragen des täglichen Lebens beantworten"
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Quengel-Formel: "Mathematik kann viele Fragen des täglichen Lebens beantworten"

Drei Faktoren seien bestimmend. Erstens: die Anzahl der Aktivitätsangebote an Bord ("A"). Wenn keine Spiele, Hörbücher oder Ähnliches im Auto sind, dann kommt die Quengelfrage schon, bevor die Zündung gestartet wurde, sagte Barkley zum britischen Nachrichtensender BBC. Der zweite Faktor: der Zeitpunkt, an dem die Familie das Haus verlassen hat ("t 0 "). Und drittens: die Anzahl der Kinder im Auto ("C)". Nimmt man C zum Quadrat, dann schafft die Formel eine Annäherung an die Anzahl der Querelen zwischen den Kindern. Eltern sei das Phänomen bekannt, schreibt Barkley auf seiner Homepage: Sitzen drei statt zwei Kinder auf der Rückbank, vervielfacht das die Streitereien um mehr als das Doppelte. Und Barkley muss es wissen - er ist Vater zweier Töchter und eines Sohnes.

Addiert man also 1 zur Zahl der Aktivitäten und teilt die Summe durch die Anzahl der Kinder im Quadrat, addiert die Startzeit und mischt irgendwie noch zwei Konstanten dazwischen, dann erhält das kühl rechnende Elternteil den genauen Zeitpunkt der Revolte auf der Rückbank. Diese Gleichung gilt allerdings nur, wenn die Kinder sich durch die Streitereien schneller genötigt fühlen, das Ende der Fahrt herbeizusehnen. Anders sieht es aus, wenn sie friedlich miteinander spielen und sich so länger ablenken. Doch das, so ließ sich Barkley von einer kurzen privaten Umfrage bestätigen, komme selten vor.

Die recht simple Folgerung aus der mathematischen Spielerei: Je mehr Spiele, Hörbücher, Kuscheltiere und Mahlzeiten den Kindern geboten werden, desto länger halten sie durch. Je voller die Rückbank, desto mieser die Stimmung und desto eher ertönt die Frage: "Wie lange noch?". "Mathematik kann viele Fragen des täglichen Lebens beantworten", sagte der dreifache Vater Barkley. Der Wissenschaftler will seine Formel-Idee als puren Spaß verstanden wissen.

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29.06.2007 von Joachim Baum:

Eben, Technik die begeistert ... :-) mehr...

29.06.2007 von *42*:

Dumm ist nur, daß die meisten auch schon eins haben und man sich "fröhlich" im Stau der nächstgelegen Kleinstadt trifft ;) ... mehr...

29.06.2007 von Shlomo:

Ich schalte rechtzeitig mein Navigationsgerät mit TMC an und fahre um den/die Stau(s) herum. Sehe interessante Gegenden ohne Stress und die Nerven schont es überdies. Gute Fahrt ! mehr...

29.06.2007 von columbo:

Da habe ich anscheinend ähnliche Erfahrungen gemacht. Dreimal hab ich versucht, ohne Auto auszukommen; einmal sogar ganz ohne Auto im Haushalt, zweimal hat meine Frau ihr Auto behalten. Die Fahrzeit hat sich, wie Sie sagen, [...] mehr...

29.06.2007 von chrome_koran:

Die Darstellung ist zwar sehr spitz, aber, wie bei jeder Groteske, entspricht sie weitestgehend der Wahrheit. Danke dafür :) Meine Versuche, zumindest vorläufig auf die Bahn umzusteigen (bin Berufspendler auf der nördlichen [...] mehr...

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  • Datum: Mittwoch 26.07.2006 | 14:00 Uhr
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