Inzwischen ist er zur Legende geworden: der Pirellli-Kalender, den der italienische Reifenhersteller erstmals für das Jahr 1964 auflegte. Damals diente er noch als Pinup-Wandbehang, um mittels weiblicher Reize auf die eher langweiligen schwarzen Gummiprodukte aufmerksam zu machen. Heute gilt das großformatige Kalendarium vielen Fans als Kunstobjekt, zumindest aber hat es den Rang eines Sammlerstücks. Denn das Besondere an dem Kalender ist - neben der eindrucksvollen Fotografie -, dass er nicht verkauft, sondern nur an Freunde und Kunden des Hauses Pirelli verschenkt wird.
Die Auserwählten erhalten in diesem Jahr Fotografien des Amsterdamer Lichtbildnerduos Inez van Lamsweerde und Vinoodh Matadin, deren Markenzeichen die digitale Bildveränderung ist. Die Fotoaufnahmen fanden bereits im Juni statt, und zwar in Kalifornien. Als Models wurden die Oscar-Gewinnerin Hillary Swank, die Schauspielerinnen Naomi Watts, Penelope Cruz und Lou Doillon engagiert. Doch unangefochtener Star ist diesmal Sophia Loren. Die heute 72-jährige Film-Diva ließ sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters für das erotische Werk ablichten - und machte eine gute Figur. Sie habe sich dabei "gefühlt wie ein Kind", sagte sie hinterher. Die Loren stand zum ersten Mal für den Pirelli-Kalender vor der Kamera. Als dies im Juni bekannt geworden war, hatte es in den Medien für Aufsehen gesorgt.
Über die Details der Produktion und vor allem über die Auflage herrschte bei den Pirelli-Verantworten jedoch wie schon in all den Jahren zuvor Stillschweigen. Es wird über zirka 35.000 Exemplaren gemunkelt, doch sicher scheint nur dies: Auch die 2007er-Ausgabe wird wieder Höchstpreise erzielen - wenn die Erstbesitzer sie weiterverkaufen.
jüp
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