Von Roman Büttner
Bobpiloten, Skifahrer, Fallschirmspringer – sie alle nutzen eine Art des Antriebs, der umweltschonender kaum sein kann. Und auch Kinder mit Laufrädern kennen schon den Trick: Sobald es bergab geht, übernimmt die Schwerkraft die Antriebsarbeit. Sonst gäbe es zum Beispiel keine Seifenkistenrennen, bei denen die Boliden einfach einen Berg hinunter rollen. Auch der Bilderbuch-Bär Petzi nutzt den Schwerkraftantrieb, und zwar in Band 38, "Petzi in China". Dort fährt er mit einer Seifenkiste auf der Chinesischen Mauer entlang.
Weitaus komplizierter ist der Antrieb, der 1985 in dem Film "Zurück in die Zukunft" eine entscheidende Rolle spielt. Die Protagonisten Marty McFly und "Doc" Emmett Brown reisen mit einem Sportwagen vom Typ Delorean DMC-12 durch die Zeit. Um sich aus der Gegenwart zu verabschieden, sind allerdings 1,21 Gigawatt Leistung vonnöten. Die stellt der "Fluxkompensator" zur Verfügung. Betrieben wird er zunächst mit Plutonium, doch es gibt laut Drehbuch Ärger mit Terroristen. Deshalb wird im zweiten und dritten Teil der Kino-Saga der "Fluxkompensator" durch ein Gerät namens "Mr. Fusion" angetrieben. Das Zauberding verwandelt Materie, zum Beispiel eine Bananenschale oder eine Bierdose, in Energie – und der Delorean jagt durch die Zeit.
Futuristische Fahrt mit Atomkraft
Auf die Kraft der Atome verlassen sich auch andere Phantasiehelden. Vielfach-Milliardär Dagobert Duck möchte gerne wissen, ob sein Neffe Donald der richtige Erbe für sein immenses Vermögen ist. Deshalb schickt er ihn in die Zukunft – um zu sehen, wie er sich entwickeln wird. Die Comicstory heißt "Donald im Jahr 2001" und ist im "Lustigen Taschenbuch Nr. 1, Der Kolumbusfalter" erschienen. Für die futuristische Fahrt wird das legendäre rote Cabrio Donalds mit dem Kennzeichen 313 von einem mysteriösen Atomtreibstoff angetrieben.
Eine Idee, die übrigens tatsächlich schon einmal in der Automobilindustrie aufgebracht wurde. Als nämlich Ford im Jahre 1958 das Konzeptfahrzeug Nucleon auf die Räder stellte. Der Wagen besaß einen kleinen Reaktor und sollte mit einer Tankfüllung spaltbarem Material bis zu 8000 Kilometer weit kommen.
Als durchaus fortschrittlich kann man auch den Antrieb eines Fahrzeugs bezeichnen, das 1982 auf der Bildfläche erschien. Michael Knight aus der TV-Serie "Knight Rider" und sein Auto K.I.T.T. waren die Stars. K.I.T.T. wurde von einem Wasserstoffantrieb befeuert. Die Idee, das Element Wasserstoff als Brennstoff für Fahrzeuge zu nutzen, ist bereits sehr alt. So wurde das leichte Gas etwa genutzt, um Luftschiffe in die Höhe schweben zu lassen. Das ging so lange gut, bis am 6. Mai 1937 der Zeppelin "Hindenburg" in Lakehurst in Flammen aufging. Vermutlich hatte eine elektrostatische Entladung den Wasserstoff entzündet.
Auch heute noch ist die sichere Speicherung von Wasserstoff ein Problem. Forschungsfahrzeuge, die mit Wasserstoffantrieb vorwärts kommen, benötigen extrem aufwendig konstruierte Tanks. So auch die Kleinserie BMW 7 Hydrogen, bei dem der Wasserstoff in flüssiger Form bei minus 253 Grad in einem Spezial-Thermostank mitgeführt wird.
Nicht nur Science-Fiction
Ein anderer auf Wasserstoff basierender Antrieb ist die Brennstoffzelle. In ihr reagiert der Wasserstoff zusammen mit Sauerstoff – und es fließt Strom. Der wiederum wird von einem Elektromotor zum Antrieb des Fahrzeugs genutzt. Korben Dallas, Taxifahrer in Luc Bessons Oscar-nominiertem Film "Das fünfte Element", fährt ein solches Flugfahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb. Der gleiche Antrieb kommt auch in dem Action-Film "Demolition Man" mit Sandra Bullock und Sylvester Stallone zum Einsatz. Allerdings können die Autos hier nicht fliegen.
Absolute Zukunftsmusik ist der Antrieb der "Speeder-Bikes" aus der Science-Fiction-Saga "Star Wars" (u.a. "Die Rückkehr der Jedi-Ritter"). Das schwebende, Motorrad-ähnliche Gefährt, mit dem die feindlichen Sturmtruppen in den Wäldern des von den knuddeligen Ewoks bewohnten Mondes Endor herumdüsen, wird von einem "Repulsor" angetrieben. Hierbei wird – so die Erklärung unter Fans – ein sogenanntes Repulsorlift-Feld erzeugt. Dies ist ein magnetisches Kraftfeld, das einen Antischwerkraftschub erzeugt. Die Speeder-Bikes können so eine Geschwindigkeit von bis zu 500 km/h und eine Höhe von 20 Meter über Grund erreichen.
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