Strom und Biokraftstoff: Renault und Nissan fahren öko

Das Interesse an umweltfreundlichen und sparsamen Autos wächst. Auch Renault und Nissan wollen nachziehen - und kündigen die Ausweitung ihrer Modellpalette an. Schon 2010 soll ein gemeinsam entwickeltes Elektroauto auf den Markt kommen.

Tokio/Paris - Renault arbeitet auf Hochtouren an alternativen Antrieben und Motoren für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe. Wie der französische Hersteller heute in Paris mitteilte, entwickle man derzeit zusammen mit Allianzpartner Nissan ein Elektrofahrzeug. Das Fahrzeug werde für den Stadtverkehr entwickelt, soll eine Lithium-Ionen-Batterie bekommen und ohne lokale CO2-Emissionen fahren. Außerdem sei eine Rückgewinnung der Bremsenergie geplant. Bereits 2010 soll es in Europa auf den Markt kommen.

Noch vor dem Elektrofahrzeug wollen die Franzosen eine komplette Palette von Fahrzeugen für Biokraftstoffe anbieten. Preislich sollen diese auf dem Niveau konventioneller Benziner und Diesel liegen. Die Vision: Bis 2009 soll jeder zweite Benziner Bioethanol tanken, jeder Selbstzünder Sprit mit 30 Prozent Biodiesel-Anteil verbrennen können.

Den Anfang im Bereich der alternativen Antriebe macht das Unternehmen im kommenden Jahr bei den Transportern Trafic und Master. Im Frühjahr soll zudem eine spezielle Version des Mégane auf den Markt kommen, dessen 81 kW/110 PS starker 1,6-Liter-Motor ebenfalls mit Bioethanol läuft. Bereits im ersten Halbjahr 2007 soll zudem ein mit Nissan gemeinsam entwickelter Zwei-Liter-Dieselmotor in Produktion gehen, der auch verschärfte Emissionsstandards in Japan und den USA erfüllen kann.

Nissans Solo-Strategie

Zeitgleich zu Renaults Ankündigungen zukünftiger Partnerschaftsprojekte präsentierte Nissan heute in Tokio seine eigene Umweltstrategie für die kommenden Jahre. Unter dem Titel "Grünes Programm 2010" plant der zweitgrößte japanische Autohersteller, bis Ende der Dekade die gesamte Palette regenerativer Antriebe abzudecken. Ziel der Initiative ist es, verschiedene Hybrid-Antriebe, Elektro- und Wasserstoffmotoren zu entwickeln - und damit den Abstand zu Toyota und Honda, den weltweiten Vorreitern beim Bau von umweltfreundlicheren Autos, zu verringern.

Dazu soll ab April 2010 ein Auto mit einer von Nissan selbst entwickelten Antriebskombination aus Verbrennungsmotor und Elektroantrieb angeboten werden – zunächst allerdings nur in Japan und in den USA. Der Konzern plant zudem den Bau von Fahrzeugen, die mit Biosprit angetrieben werden können sowie ein Drei-Liter-Auto mit herkömmlichem Benzinmotor. Bereits im nächsten Frühjahr will Nissan zudem ein erstes Modell mit Hybrid-Antrieb präsentieren: die Limousine "Altima". Diese läuft allerdings noch mit einer Antriebstechnik vom heimischen Konkurrenten Toyota.

"All diese Investitionen sind ein Muss, um mittelfristig und langfristig nachhaltiges Wachstum sicherzustellen", sagte Geschäftsführer Toshiyuki Shiga. "Wir hinken nur ein wenig bei der Kommunikation über unsere technologischen Fähigkeiten hinterher." Nissan sucht ganz offenkundig den Anschluss an die Konkurrenz. Im Zuge einer schweren Finanzkrise in den neunziger Jahren, die das Unternehmen fast in den Bankrott stürzte, hatte Nissan seine Position als Vorreiter bei der Entwicklung technischer Innovationen eingebüßt.

Am effektivsten könnten die Autobauer derzeit die Umwelt schützen, wenn sie die herkömmlichen Verbrennungsmotoren verbesserten, erklärte Nissan. Dazu will das Unternehmen im kommenden Geschäftsjahr 2007/08 eine Million Fahrzeuge mit teureren aber auch weniger Schadstoffe ausstoßenden, stufenlosen CVT-Getrieben verkaufen.

ssu/dpa/rtr

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  • Datum: Montag 11.12.2006 | 16:30 Uhr
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