Rinspeed eXasis: Seifenkiste mit Durchblick

Frank M. Rinderknecht ist ein Mann mit Visionen. Kürzlich kurvte der Chef der Schweizer Autofirma Rinspeed mit dem Schwimmauto Splash über den Ärmelkanal, jetzt hat er ein neues, spektakuläres Fahrzeug ausgeheckt. So etwas gab es noch nie.

Die Werbemarotte mit dem vorangestellten kleinen "e" hat nun auch die Automobilbranche erfasst. Die Schweizer Tuning- und Autodesignfirma Rinspeed aus Zumikon bei Zürich hat ein vierrädriges Unikat entwickelt und ihm den Namen "eXasis" gegeben. Mit dem Auto will der Chef des Unternehmens, Frank M. Rinderknecht beim Genfer Autosalon (8. bis 18. März) für Aufsehen sorgen und zugleich den 30. Geburtstag seiner Firma feiern. Es ist quasi ein Geschenk an sich selbst - und es sieht aus wie noch kein Fahrzeug zuvor.

Die eigentliche Form ist simpel: Der Rumpf sieht aus wie bei einer Seifenkiste, oder wie ein umgedrehtes, schmales Ruderboot oder die in diesem Zusammenhang oft bemühte Zigarre. Zwei Leute können hintereinander in dem Auto sitzen, die Räder stehen frei links und rechts an den Enden der Karosserie. Man könnte das Ding auch ein höhergelegtes Formel-1-Rennauto nennen, aber das ist nicht so wichtig.

Das Entscheidende am eXasis nämlich ist, dass die Karosserie aus einem zartgelb schimmernden, transparenten Kunststoff gefertigt ist, der einen kompletten Ein- und Durchblick erlaubt. "Diese Transparenz", teilt Rinspeed mit, "entmaterialisiert den Wagen." So sollen - "hinter der sich scheinbar ausblendenden Materie" - Ideen, Gedanken und Vorstellungen der Ingenieure besser erkennbar werden. Wenn man sie denn erkennen kann, denn wie jeder weiß, herrscht unter der Hülle eines Autos drangvolle Enge. Bei der Studie eXasis wird die Dichte der Kompontenten nicht ganz so arg sein, denn das Auto soll fahrbereit lediglich 750 Kilogramm wiegen.

Das niedrige Gewicht wird - so jedenfalls sieht es die Planung des noch im Bau befindlichen Fahrzeugs vor - zusammen mit einem rund 150 PS starken Motor für äußerst ambitionierte Fahrleistungen sorgen. Und auch das Umweltgewissen darf mitfahren, denn der 750 Kubikzentimeter große Zweizylindermotor verbrennt Bioethanol. Je nach Herstellung des Treibstoffs kann er zur Verminderung der CO2-Belastung beitragen. Weitere Details zum Fahrzeug sollen später bekannt gegeben werden. Fest steht jedoch, dass es ein ziemlich außergewöhnliches Gefühl sein dürfte, wenn man beim Fahren nach unten blickt und, nur ein paar Handbreit entfernt, die Straße unter sich hindurchflitzen sieht.

jüp

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  • Datum: Mittwoch 20.12.2006 | 09:17 Uhr
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