Samstag, 21. November 2009

Auto



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16.01.2007
 

Klimaschutz

EU erwägt CO2-Zertifikatehandel für Autohersteller

Den luftigen Versprechungen der Autoindustrie traut die EU-Kommission nicht mehr. Statt auf freiwillige Selbstverpflichtungen zu mehr Klimaschutz zu setzen, will Industriekommissar Günter Verheugen die Branche in den Handel mit Emissionslizenzen einbeziehen.

Brüssel – Die EU-Kommission will auf die Verfehlung der Klimaschutzziele durch die europäischen Autohersteller mit der Einführung eines Zertifikathandels für Kohlendioxid (CO2) bei Pkw reagieren. Das kündigte EU-Industriekommissar Günter Verheugen eine Woche vor der Entscheidung der Kommission über die künftige Strategie zum Abbau der Treibhausgase im Straßenverkehr im Magazin "auto motor und sport" an.

"Es wird keine zweite Selbstverpflichtung mehr geben. Das ist eine schlechte Nachricht für die deutschen Premiumhersteller. Die italienischen und französischen Autobauer sind nicht mehr willens, die Deutschen bei den Emissionen ein zweites Mal zu subventionieren", zitierte das Magazin den Politiker. Die französischen Hersteller erreichen den Angaben zufolge derzeit einen Flottenausstoß von rund 150 Gramm CO2 pro Kilometer, während deutsche Oberklassehersteller wie BMW und Mercedes bei 180 bis 190 Gramm lägen, Porsche sogar bei 300 Gramm. Die Industrie hatte sich zu einem durchschnittlichen Ausstoß von 140 Gramm pro Kilometer im kommenden Jahr verpflichtet.

Verheugen: "Kfz-Technologie allein wird nicht ausreichen"

Verheugen will mit Rücksicht auf die deutschen Autohersteller eine strikte Obergrenze von Treibhausgasen für die Branche verhindern. Eine Verbrauchsobergrenze würde das Aus für bestimmte Fahrzeuge bedeuten, sagte der Kommissar dem Magazin. Der beste Weg zur Senkung des CO2-Ausstoßes der Autobranche ist in der Kommission umstritten. Umweltkommissar Stavros Dimas hat sich für gesetzliche Regelungen stark gemacht, um die Autohersteller bis 2012 zu einer Begrenzung des Ausstoßes auf durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer zu bringen.

Verheugen räumte ein, dass eine solche Regelung insbesondere von deutschen Herstellern kaum eingehalten werden könne. "Kfz-Technologie allein wird nicht ausreichen, also geht es auch um Verkehrsinfrastruktur, Verkehrslenkung, Stauvermeidung, Reifen und Kraftstoffe. Ich habe deshalb schon darüber nachgedacht, auch im Automobilbereich den Handel von Emissionslizenzen einzuführen", sagte Verheugen dem Blatt.

Die Lizenzen könnten auch bei CO2-Vermeidern anderer Industriezweige erworben werden, also nicht in einem geschlossenen System. "Für einen Hersteller wie Porsche ist das allemal billiger, als ihm vorzuschreiben, seine Autos so zu entwickeln, dass sie einen Flottenverbrauch von 120 Gramm erreichen", erläuterte Verheugen.

abl/ddp/Reuters

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