Mittwoch, 10. Februar 2010

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Genfer Auto-Salon

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12.02.2007
 

Mittelklasse-Spritsparer

5,1 Liter für 105 PS

In der Debatte um CO2-Grenzwerte haben Autoindustrie und viele Politiker ein Horrorszenario beschworen: In Deutschland würden bald nur noch Kleinwagen gekauft und Millionen Arbeitsplätze eingebüßt. Jetzt haben VW und Audi spritsparende Mittelklasse-Wagen angekündigt.

Es geht also doch! Während Renate Künast einen japanischen Hersteller für seine umweltfreundlichen Automodelle preist, gehen auch die deutschen Hersteller in Sachen CO2-Reduzierung auf die Überholspur. Allen voran VW. Die Wolfsburger werden auf dem Autosalon in Genf (8. bis 18. März) den Passat Blue Motion vorstellen. Nach Auskunft von VW wird der Wagen das verbrauchsgünstigste Auto in dieser Größenordnung sein. Der Durchschnittsverbrauch des Dieselmodells soll bei 5,1 Litern liegen, was einer CO2-Emission von 136 g/km entspricht.

Tatsächlich braucht also niemand Angst vor Kleinwagen zu haben, wenn es ums Spritsparen geht. Der Passat ist eine stattliche Mittelklasse-Limousine, und das Kombi-Modell Variant mit einem Verbrauch von 5,2 Litern und einem CO2-Ausstoß von 137 g/km ist erst recht ein ziemlich geräumiges Fahrzeug. Auch wird wegen der "Blue Motion"-Modelle von Volkswagen niemand um seinen Arbeitsplatz fürchten müssen. Im Gegenteil. Seit Sommer letzten Jahres hat VW den Polo Blue Motion im Angebot, und musste nach eigenen Angaben "dessen Produktion aufgrund der europaweit starken Nachfrage mittlerweile verdreifachen". Für ein Auto, das im Schnitt 3,9 Liter Diesel verbraucht und dabei 102 g/km CO2 in die Luft bläst, ist das ein erfreuliches Ergebnis.

Sparen muss nicht verzichten bedeuten

Lahm oder schwächlich sind die Spar-Fahrzeuge auch nicht. Der TDI-Motor im Passat entwickelt 105 PS, die Abgase werden serienmäßig von einem Rußpartikelfilter gereinigt, und als Höchstgeschwindigkeit sind 193 km/h drin. Möglich wird die Kombination aus Sparsamkeit und Dynamik durch aerodynamischen Feinschliff an der Karosserie, ein länger übersetztes Getriebe sowie Leichtlaufreifen. Im Sommer, so die gegenwärtige Auskunft, sollen die Passat-Blue-Motion-Modelle bei den Händlern stehen.

Auch bei Audi funktioniert urplötzlich das Sparprogramm. Die Ingolstädter können also nicht nur Supersportwagen wie den R8, der unsinnigerweise mehr als 300 km/h erreicht, bauen, sondern auch vernünftige Alltagsautos. Etwa den A3 1.9 TDI e. Das Auto wird ebenfalls vom Turbodieselmotor mit 105 PS Leistung angetrieben und schluckt im Schnitt 4,5 Liter je 100 Kilometer - damit bleiben die Modelle A3 und A3 Sportback sogar unter der CO2-Marke von 120 g/km.

Schaltanzeige im Cockpit hilft beim Sprit sparen

Die Sparsamkeit wurde den Autos durch eine längere Übersetzung der Gänge 3 bis 5 anerzogen, durch eine veränderte Motorelektronik und durch diverse Gewichtseinsparungen. 22.600 Euro kostet der geizige A3, 23.500 Euro die Version Sportback. Serienmäßig erhalten beide Autos im Cockpit eine Schaltanzeige, die abhängig von Motorlast und Drehzahl situationsbedingt anzeigt, welcher Gang gerade die optimale Kraftstoffnutzung ermöglichen würde.

CO2-Einsparung hängt natürlich nicht nur von der Technik, sondern auch ganz entscheidend vom Fahrer ab. Aus diesem Grund bietet Audi ab sofort in acht deutschen Städten sogenannte "Effizienz-Trainings" an, wo Autofahrer für 100 Euro Teilnahmegebühr die besten Tricks und Tipps erhalten, um künftig möglichst effektiv mit dem Tankinhalt ihres Autos umzugehen.

Tabelle: Die sparsamsten Benziner

Tabelle: Die sparsamsten Diesel

Tabelle: Was die neuen Klima-Bestimmungen den Autokäufer kosten könnten

Tabelle: CO2-Ausstoß verschiedener Automarken

Welche Autos sind die größten Umweltsünder?

jüp

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