Montpellier – Die Tragödie geschah in der südfranzösischen Stadt Béziers: Der Vater sollte nach Polizeiangaben das 19 Monate alte Mädchen am Morgen des vergangenen Mittwochin eine Kinderkrippe bringen. Auf dem Weg hielt er jedoch vor seinem Büro und ließ seine Tochter im Wagen in der prallen Sonne zurück. Dann arbeitete er, ohne weiter an das kleine Mädchen zu denken. Die Mutter wollte das Kind am Nachmittag abholen, stellte aber fest, dass es nicht im Kindergarten war.
"Sie rief sofort ihren Mann an, der erst dann wieder an das Kind im Wagen dachte", erklärte die Staatsanwaltschaft. Der Vater sei zu seinem Auto geeilt, sein Kind habe aber nicht mehr gelebt. Die Rettungskräfte stellten gegen 17 Uhr den Tod des Mädchens fest. Vermutlich sei es bereits drei bis vier Stunden vorher an Austrocknung gestorben, hieß es. Heute wurde eine Ermittlung wegen fahrlässiger Tötung gegen den Vater eingeleitet. "Der Mann steht unter Schock, er wurde zunächst nicht in Untersuchungshaft genommen", erklärte die Staatsanwaltschaft weiter.
Am Tag des Unglücks war es in Béziers 27 Grad Celsius warm. Im Inneren eines Autos können die Temperaturen an heißen Sommertagen extrem in die Höhe schnellen: pro Minute um ein Grad bis zu Werten von bis zu 50 Grad Celsius oder mehr. Wer ein kleines Kind auch nur wenige Minuten in einem in der Sonne parkenden Auto lässt, gefährdet Gesundheit und Leben des Kindes aufs Äußerste, warnt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat.
Gerade Babys und Kleinkinder verkrafteten Hitze nicht gut und dürften selbst bei einem kurzen Halt niemals allein im Auto zurückgelassen werden. Auch während der Fahrt sollten sie vor der Sonne geschützt werden, etwas durch spezielle Rollos, und die Kinder sollten regelmäßig trinken.
abl/AP
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