Kassel – Das Zeltlager auf dem Festplatz von Lohfelden war dem 17-Jährigen offensichtlich zu langweilig: Erst becherte er ordentlich, dann brach er nachts zu einer Spritztour auf. Ohne Führerschein, in einem Daimler-Benz-Kleintransporter, der den Camp-Teilnehmern von der Gemeinde für Versorgungsfahrten zur Verfügung gestellt worden war. Doch schon bald kam er vom Feldweg ab, fuhr eine Böschung hinunter und durchbrach die Stallwand – um 4.45 Uhr wie die Polizei mitteilte. Die Hühner auf der Farm gerieten derart in Panik, dass 300 starben.
Der junge Mann selbst hatte Glück: Er wurde nur leicht am Arm verletzt. Nach dem Unfall ließ er den Transporter einfach stehen und ging zu Fuß zurück zu dem nur wenige hundert Meter entfernten Festplatz.
Der Unfall wurde laut Polizei erst gegen 08.30 Uhr von Anwohnern entdeckt. An dem alten Kleintransporter entstand wirtschaftlicher Totalschaden. Der Gesamtschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf 30.000 bis 40.000 Euro. Bei der bis etwa 12.00 Uhr andauernden Bergung des Fahrzeugs musste das Gebäude von der Feuerwehr Lohfelden abgestützt werden, weil Einsturzgefahr bestand.
Der Missetäter war derweil schnell gefunden – zumal sich der Junge einem Betreuer des Zeltlagers anvertraut hatte. Daraufhin konnte er festgenommen werden. Auf dem Polizeirevier Ost musste er sich einer Blutentnahme unterziehen. Gegen ihn wird jetzt unter anderem wegen Unfallflucht und Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt.
ase/AP
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