Opel OPC Racecamp: Deutschland sucht den Superfahrer

Von Jürgen Pander

Nach dem Strickmuster von "Deutschland sucht den Superstar" hat Autohersteller Opel ein Rennfahrer-Casting ausgeschrieben. Auf dem Nürburgring war sogar Superstar-Juror Dieter Bohlen in der Box und im Cockpit dabei.

Dieter Bohlen lächelte, staunte und dann wurde er etwas blass. Denn nachdem der Pop-Barde zunächst in verhaltenem Tempo selbst eine Runde auf der Nürburgring-Nordschleife gedreht hatte, raste er anschließend als Beifahrer von Ex-Rennprofi Manuel Reuter durch die Grüne Hölle. Während es für den blonden Musikproduzenten aus Tötensen bei Hamburg vor allem um den Spaß ging, forderten die beiden Tage am Nürburgring von den 20 übrig gebliebenen Kandidaten des OPC-Racecamps erhöhte Konzentration.

Die Spielregeln waren ebenso klar wie unbarmherzig. Das Rennfahrer-Training in der Eifel war die letzte Entscheidung darüber, welche zehn Kandidaten ausgewählt werden für den Start beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring im kommenden Juni. Denn das ist die Idee des von Opel initiierten OPC-Racecamp: Deutschlands Superrennfahrer zu suchen und sie in zwei Vierer-Teams (plus jeweils einem Ersatzmann) mit rund 300 PS starken Opel-Astra-OPC-Rennwagen beim Langstrecken-Spektakel auf die Strecke zu schicken.

Nachdem die Ausschreibung für das Racecamp Ende vergangenen Jahres erschienen war, meldeten sich 18.500 Vollgas-Willige bei den Rüsselsheimern. Manuel Reuter, bis vor zwei Jahren Werks-Pilot bei Opel und nun als Markenbotschafter und technischer Berater im Unternehmen tätig, wählte aus der Flut der Interessenten zunächst 12.000 nach der Papierform geeignete Kandidaten aus. Ein Zufallsgenerator siebte dann aus dieser Gruppe 500 Bewerber aus, die allesamt ins Opel-Testzentrum nach Dudenhofen eingeladen wurden, um einige fahrerische Grundkenntnisse abzuprüfen.

Von 18.500 Bewerbern blieben 20 übrig

Den Test bestanden hundert Kandidaten, die dann auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings ihr rennfahrerischens Talent beweisen durften. Wieder wurde der Kader drastisch reduziert und es blieben 20 hoffnungsvolle Autofahrer übrig, die in einem weiteren Lehrgang die nationale A-Lizenz und damit die offizielle Teilnahmeberechtigung an Autorennen in Deutschland erwarben.

Jene 20 auserwählten trafen sich nun zum Abschluss-Casting auf der Nordschleife. Ein Tag Theorie, am zweiten Tag Praxis auf der 20,8 Kilometer langen Berg-und-Tal-Bahn, und zwar mit handelsüblichen Astra-OPC-Modellen mit einer Leistung von 240 PS. "Zwei Runden wurden auf Zeit gefahren", sagt Racecamp-Sprecher René de Boer, "und die Kandidaten waren durchweg mit Rundenzeiten um neun Minuten ziemlich schnell." Zugleich sind die Hobby-Racer offenbar auch sehr vorsichtig gewesen, denn keines der eingesetzten Autos bekam einen Kratzer ab. "Da hatten wir doch etwas Angst gehabt", gibt de Boer im Nachhinein zu.

Ein Porsche-Fan greift zum Opel Vectra

Dass sich der immense Aufwand für Opel lohnt, steht für den Racecamp-Mann außer Zweifel. "Erstens hält die Marke, die ja seit zwei Jahren nicht mehr aktiv im Profirennsport aktiv ist, Kontakt zur Motorsportszene", sagt de Boer. Zweitens kämen so auch Leute in Kontakt mit Opel, die sonst noch nie über diese Marke nachgedacht hätten. "Einer der letzten 20 Kandidaten, ein Zahnarzt aus Thüringen und bis vor kurzem überzeugter Porsche-Fahrer, hat sich jetzt einen Opel Vectra OPC bestellt", berichtet de Boer.

Angeblich überlegt Dieter Bohlen sogar, die Rennfahrer-Casting-Idee fürs Fernsehen aufzugreifen. Dann allerdings müsste sich vielleicht die Band Mono Inc. Sorgen machen, die den offiziellen Racecamp-Song "Burn Me" komponiert hat: Wenn Bohlen übernimmt, will er möglicherweise selbst den Komponisten spielen.

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  • Datum: Freitag 31.08.2007 | 08:56 Uhr
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