Tesla Roadster: Zu cool, um wahr zu sein

Von Tom Hillenbrand

2. Teil: Termin nicht eingehalten, Chef gefeuert

"Wir werden zu diesem Zeitpunkt definitiv ausliefern", sagte der Vorstandsvorsitzende am 7. August der Nachrichtenagentur Reuters. Wenige Tage später wurde Eberhard überraschend durch Michael Marks ersetzt, einem Tesla-Geldgeber der ersten Stunde. Er fungiert nun als Interimschef. Einen endgültigen Nachfolger für den neuerdings als Cheftechnologen firmierenden Eberhard gibt es nicht. Das lässt vermuten, dass der Abgang nicht "lange vorbereitet" war, wie der Gründer in einem Brief an seine Kunden schreibt.

Der neue Chef hat als erste Amtshandlung nochmals den Zeitplan geändert. Im ersten Quartal 2008 sollen nun lediglich 50 Fahrzeuge ihren Besitzern übergeben werden. Die restlichen Autos folgen im Modelljahr 2008, Details unbekannt. Was genau das Problem ist, verrät Tesla nicht. In einem Brief an die Kunden schrieb Marks Ende September: "Tests zeigen, dass wir mehr Zeit benötigen." Der Vorstandschef spricht lediglich vage davon, dass man weitere "Lebensdauertests" durchführen wolle.

Angesichts der Probleme bei Toyota liegt es nahe, über die Akkus zu spekulieren. Tesla-Sprecher David Vespremi erklärte jedoch gegenüber SPIEGEL ONLINE: "Die Verzögerungen haben nichts mit den Akkus zu tun." Möglicherweise macht dem Newcomer schlichtweg die Komplexität des Projekts zu schaffen. Man habe ihn gewarnt, dass die Gründung eines Autoherstellers extrem schwierig sei, juxte Eberhard kürzlich vor US-Journalisten. "Und wissen Sie was? Die hatten Recht!"

Das zweite Auto vor dem ersten

Ob Tesla Motors seinen Roadster wieder auf Spur bekommt, wird sich bald zeigen. Platzt der Auslieferungstermin im Frühjahr 2008, könnte es turbulent werden. Eberhard und Marks haben nach dem Roadster (Codename: Dark Star) nämlich bereits ein weiteres Projekt namens White Star angestoßen.

Dabei handelt es sich um einen batteriebetriebenen Fünfsitzer, der bereits 2009 in wesentlich größeren Stückzahlen als der Roadster in New Mexico vom Band rollen soll. Um die neue Fabrik in Albuquerque finanzieren zu können, will sich Tesla dem Vernehmen nach Geld an der Börse besorgen. Die Spritztour an die Wall Street wird aber nur gelingen, wenn der Roadster eine Erfolgsgeschichte wird. Und auch die eher freudlose Elektroauto-Branche könnte eine Erfolgsgeschichte mit etwas Glitzer und Glamour eigentlich gut gebrauchen.

George Clooney muss wohl noch ein bisschen warten, aber vielleicht macht das gar nichts: Der Ökofreak hat sich unlängst ein Elektrowägelchen der Marke Tango angeschafft. Der Zweisitzer kann zwar optisch nicht mit dem Tesla Roadster mithalten - aber dafür ist er verfügbar.

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insgesamt 694 Beiträge
DJ2002dede 16.11.2006
Ich denke, Wasserstoff wird sich durchsetzen. Bis dahin ist aber der Mix wichtig und richtig.
Zitat von sysopDie Autohersteller setzen für morgen auf die Brennstoffzelle, die Autofahrer heute schon auf Erdgas. Wo sehen Sie die Chancen und Risiken der Alternativen Antriebe?
Ich denke, Wasserstoff wird sich durchsetzen. Bis dahin ist aber der Mix wichtig und richtig.
Saboteur 16.11.2006
Ich denke mittelfristig wird es mehrere Möglichkeiten geben. Erdgas funktioniert schon. Brennstoffzelle hat immernoch das Problem der Wasserstoffspeicherung aber es sind auch Typen möglich, die mit Methanol u.Ä. laufen (Nachteil [...]
Ich denke mittelfristig wird es mehrere Möglichkeiten geben. Erdgas funktioniert schon. Brennstoffzelle hat immernoch das Problem der Wasserstoffspeicherung aber es sind auch Typen möglich, die mit Methanol u.Ä. laufen (Nachteil hier: die Stoffe müssen sehr rein sein). Außerdem gibt es Forschungen dazu aus organischen Abfallstoffen eine Art Biodiesel effizient herzustellen; das könnte auch ein Weg werden (z.B. Umsetzung mittels Bakterien).
Lopez21 16.11.2006
Tja so sehe ich es. Denn, obwohl ich nicht einmal mehr Auto fahre, ist das ein echt schwieriges Thema. Nur eines sollten wir wissen (ob wir wollen oder nicht). Unsere Mobilitaet macht unsere Umwelt kapput und krank. Und wir [...]
Tja so sehe ich es. Denn, obwohl ich nicht einmal mehr Auto fahre, ist das ein echt schwieriges Thema. Nur eines sollten wir wissen (ob wir wollen oder nicht). Unsere Mobilitaet macht unsere Umwelt kapput und krank. Und wir koennen gerne Brasilien als Beispiel nehmen, wo sie schon seit einer langen Zeit auf fosile Brennstoffe setzen. Aber um welchen Preis? Da kommen Monokulturen und wir sind ebenfalls auf dem besten Weg dazu. Die Natur dankt es uns frueher oder spaeter mit kleineren oder groesseren Katastrophen. Erdgas ist auch nicht unbeschraenkt vorhanden. Heute sind wir wohl schon soweit, dass wir Biogas erzeugen koennen. Aber wen interessiert das? Deutschland ist eh ein Vorbild: mit 200 ueber die Bahn zu brettern und 500 PS unter der Haube zu haben. Das ist geil! Ich frage nur, wann werden wir erwachsen?
dieterschg 16.11.2006
So lange diese Techniken noch nicht ausgereift sind, sollte man auf sparsamen Verbrauch bei den Fahrzeugen achten. 400km/h braucht niemand, schon 200km/h auf überfüllten Autobahnen reicht dicke aus, wobei manche Wagen dabei [...]
Zitat von sysopDie Autohersteller setzen für morgen auf die Brennstoffzelle, die Autofahrer heute schon auf Erdgas. Wo sehen Sie die Chancen und Risiken der Alternativen Antriebe?
So lange diese Techniken noch nicht ausgereift sind, sollte man auf sparsamen Verbrauch bei den Fahrzeugen achten. 400km/h braucht niemand, schon 200km/h auf überfüllten Autobahnen reicht dicke aus, wobei manche Wagen dabei sogar noch relativ sparsam sein können.
Tarja13 16.11.2006
Wasserstoff bietet von allen derzeit denkbaren Treibstoffen eindeutig das größte Potential. Es verwundert schon ein bisschen, warum die Automobilindustrie die Forschung seit Jahrzehnten nicht entschlossener vorantreibt. Erdgas [...]
Zitat von sysopDie Autohersteller setzen für morgen auf die Brennstoffzelle, die Autofahrer heute schon auf Erdgas. Wo sehen Sie die Chancen und Risiken der Alternativen Antriebe?
Wasserstoff bietet von allen derzeit denkbaren Treibstoffen eindeutig das größte Potential. Es verwundert schon ein bisschen, warum die Automobilindustrie die Forschung seit Jahrzehnten nicht entschlossener vorantreibt. Erdgas ist nunmal endlich, Sonne nicht immer verfügbar, Wind sowieso als Autoantrieb ungeeignet, Öl geht in absehbarer Zeit zur Neige. Wasserstoff hingegen wäre reichlich vorhanden, würde bei der Reaktion keine Schadstoffe erzeugen und trotzdem ausreichend Energie freisetzen.
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  • Datum: Montag 08.10.2007 | 11:22 Uhr
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