Laut einem Bericht des unabhängigen Europäischen Rats für Verkehrssicherheit (ETSC) kamen auf Europas Straßen im vergangenen Jahr mehr als 39.000 Menschen ums Leben. Die EU hatte sich im Jahr 2004 das Ziel gesetzt, die Zahl der Verkehrstoten in den damals 25 Mitgliedstaaten bis 2010 auf maximal 25.000 zu reduzieren. "Wenn sich die derzeitigen Trends fortsetzen, wird die Europäische Union ihr Ziel bis zum Jahr 2010 nicht erreichen", erklärte der Rat.
Erschwert werde die Zielerreichung insbesondere durch steigende Opferzahlen in Osteuropa, erklärte der ETSC. Am gefährlichsten ist dem Bericht zufolge der Straßenverkehr in Litauen, wo im vergangenen Jahr 223 Verkehrstote je Million Einwohner gezählt wurden. Es folgen die beiden anderen baltischen Staaten, Lettland und Estland.
Deutschland schneidet vergleichsweise gut ab: Mit 62 Verkehrstoten je Million Einwohner liegt es im ETSC-Ranking auf dem achten Platz, hinter Malta, den Niederlanden, Schweden, Großbritannien, Dänemark und den Nicht-EU-Staaten Schweiz und Norwegen. Die größten Erfolge bei der Verminderung tödlicher Unfälle verzeichneten in den vergangenen Jahren Luxemburg, Frankreich und Portugal, wo die Zahl der Verkehrstoten von 2001 bis 2006 um über 40 Prozent zurückging.
In allen drei Ländern liegt die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr gemessen an der Bevölkerungszahl aber weiter über dem Niveau Deutschlands und anderer EU-Staaten. Dagegen nahm die Zahl tödlicher Verkehrsunfälle in Estland, Ungarn und Litauen in den vergangenen Jahren sogar zu, wie der ETSC unter Berufung auf offizielle Statistiken berichtete. Der Rat kommt zu dem Schluss: Wenn die Regierungen keine zusätzlichen Anstrengungen unternéhmen, könne das Ziel von höchstens 25.000 Verkehrstoten in der EU-25 frühestens 2015 erreicht werden.
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH