BMW Personal Radio: Autofahrer als Programmchefs

Nirgendwo sonst wird so intensiv Radio gehört wie unterwegs. Und nirgendwo sonst nervt das Gedudel zweitklassiger Privatsender so sehr wie im Auto. Falls es das BMW-Forschungsprojekt Personal Radio zur Serienreife bringt, können sich Pkw-Piloten demnächst ihr Wunschkonzert zusammenstellen.

Zuerst gibt es aktuelle Verkehrsinformationen, danach folgen die Nachrichten - erst vom Lokalsender, dann von der BBC. Anschließend erklingen erquickliche Melodien und danach, falls die Fahrt ins Büro mal wieder länger dauert, folgt noch ein längerer Wortbeitrag zum Thema des Tages. So ähnlich könnte sie aussehen, die schöne neue Radiowelt im Auto, an der BMW-Entwickler derzeit arbeiten. Personal Radio heißt das Forschungsprojekt, mit dem jeder Nutzer zum Programmchef wird und seine Rundfunkvorlieben ausleben kann.

Personal Radio: Das Connected-Drive-System von BMW soll künftig auch mit einer Funktion erweitert werden, die eine persönliche Gestaltung des Radioprogramms ermöglicht
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Personal Radio: Das Connected-Drive-System von BMW soll künftig auch mit einer Funktion erweitert werden, die eine persönliche Gestaltung des Radioprogramms ermöglicht

Die Idee, unabhängig von Zeit und Ort genau das zu hören, was man auch hören will, klingt verlockend. Die BMW-Forscher stellen sich das so vor: Der Nutzer wählt seine Lieblingsprogramme aus - etwa Nachrichtensendungen, Verkehrsinformationen, Hörspiele oder Musikstücke, stellt sie zusammen und kann dann je nach Bedarf und Gelegenheit hören, überspringen, unterbrechen oder wiederholen. Dabei spielt es keine Rolle, wo Auto und Fahrer gerade unterwegs sind, denn via Internet empfängt das Autoradio auch in der Ferne den heimischen Radiosender als Podcast - oder ruft in der Heimat die im Urlaub liebgewonnene Musiksendung aus Südfrankreich ab.

Nachrichtensendungen werden stets aktualisiert, so dass beispielsweise ein Morgenprogramm für die Fahrt zur Arbeit nicht jeden Tag neu zusammengestellt werden muss. Das erledigt das System selbstständig - und der Fahrer braucht dann nur auf den Radioknopf zu drücken, um die von ihm konfigurierte Sendung zu hören. Ganz gleich ob er nun pünktlich losfährt oder eine halbe Stunde später - er hört dann immer zuerst den Verkehrsfunk oder eben die aktuellen Nachrichten.

Und was die Musikauswahl betrifft, arbeiten die BMW-Leute an einem Programm, das selbstständig nach ähnlich klingenden Musikstücken sucht und diese einspielt, so dass der Autofahrer nicht jeden Tag den gleichen Song hören muss - jedenfalls nicht, wenn er das nicht möchte. Dann erklingen zum Beispiel am Morgen stets eher heiter-beschwingte Stücke, im Abendprogramm vielleicht etwas flottere und rockigere Musik.

In der nächsten Autogeneration auf Sendung

Obwohl das Forschungsprojekt gerade den Sprung in die Vorentwicklung geschafft hat, wird es noch ein paar Jahre dauern, bis Personal Radio in einem Auto angeboten werden kann. Denn außer der Software, die noch nicht vollends ausgereift ist, müssen auch noch die entsprechenden Hardware-Komponenten wie Speicher oder Internet-Empfänger auf den Einsatz im Auto abgestimmt werden. Außerdem sind noch einige rechtliche Fragen ungeklärt.

Ebenfalls im Forschungsstadium befindet sich bei BMW das digitale Radio mit Surroundsound. Die Erlanger Fraunhofer Gesellschaft für integrierte Schaltungen hat einen Algorithmus entwickelt, mit dessen Hilfe es möglich ist, die nötigen Daten für 5.1 Surroundsound quasi Huckepack auf den digitalen Radiodaten zu senden.

Ein spezielles Softwarepaket in einem DAB-Radiogerät im Auto könnte diese Daten dann entschlüsseln und die entsprechende Sendung dann in Surround-Qualität abspielen. Während BMW das Digitalradio bereits für 410 Euro Aufpreis in mehreren Baureihen anbietet, ist die Technik zum Surroundsound-Empfang noch nicht erhältlich. Doch das dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein - und des Angebots an Radiosendungen, die in Surround-Qualität ausgestrahlt werden.

jüp

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  • Datum: Freitag 09.11.2007 | 12:32 Uhr
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