Der weltgrößte Autobauer Toyota denkt über die Produktion eines Billigautos in einer neuen russischen Fabrik nach. Geprüft werde der Bau einer zweiten Produktionslinie in einem Werk in St. Petersburg, sagte Europa-Chef Tadashi Arashima der "Financial Times". Es sei aber noch nicht festgelegt, welche Modelle dort produziert werden sollen.
Unter den Autos könne aber auch ein neues günstiges Modell für 7000 bis 10.000 Dollar sein, sagte Arashima. Der japanische Autobauer hatte bereits angekündigt, die Produktion in Russland hochzufahren. Der dortige Markt ist für Toyota mittlerweile wichtiger als der deutsche.
Der indische Mischkonzern Tata hatte am Donnerstag in Neu-Delhi das billigste Auto der Welt vorgestellt. Der Nano, von Tata auch "Volksauto" genannt, erfüllt die Euro-IV-Norm und die indischen Sicherheitsstandards. Das Auto soll weniger als fünf Liter Benzin auf 100 Kilometer verbrauchen und knapp über 100 Stundenkilometer fahren.
Indischer VW-Billigheimer geplant
Auch Volkswagen will den Markt für Billigautos erobern: Europas größter Autobauer plane zwei Modelle für deutlich weniger als 10.000 Euro, berichtete die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung auf einen Unternehmenssprecher. Die Autos seien vor allem für den Verkauf in Schwellenländern geplant
Der von VW geplante "Polo IM" soll dem Bericht zufolge voraussichtlich Ende 2009 auf den Markt kommen. Er soll nach Angaben des Konzernsprechers in einem geplanten Werk im indischen Pune gebaut werden. Der Preis solle deutlich unter 10.000 Euro liegen.
Zudem arbeiten VW-Ingenieure an einer Sparversion des geplanten Kleinwagens Up. Dieser soll etwa 2010 herauskommen und zwischen 5000 und 6000 Dollar kosten. Das Fahrzeug solle aus Kostengründen in Schwellenländern gefertigt werden, möglicherweise im russischen Kaluga, heißt es in der "Frankfurter Rundschau".
Bosch setzt auf Aldi-Autos
Am neuen Boom der Billigautos will auch der weltgrößte Zulieferer Bosch teilhaben. "Autos für unter 7000 Euro wachsen in Schwellenländern doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt. Weltweit will Bosch damit 2010 eine Milliarde Euro umsetzten", sagte Indien-Statthalter Albert Hieronymus dem "Handelsblatt".
"Die Inder schaffen einen komplett neuen Markt, wo vorher keiner war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Auto ohne Erfolg bleibt", sagte Hieronymus. Er sehe "enormes Potential, vor allem in China, Südostasien und Afrika". Bosch-Komponenten machen zehn Prozent des Fahrzeugwerts von umgerechnet gut 1700 Euro aus.
hil/AFP/ddp/dpa-afx
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