Mittwoch, 10. Februar 2010

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19.02.2008
 

Londoner CO2-Gebühr

Porsche will gegen Spritfresser-Maut klagen

Ringen um den "Chelsea-Traktor": Der deutsche Sportwagenhersteller Porsche will verhindern, dass London die City-Maut für besonders durstige Karossen verdreifacht. Modelle wie den Allradler Cayenne mit einer Strafabgabe zu belegen, ist nach Ansicht der Zuffenhausener "einfach ungerecht".

Der Londoner Volksmund bespöttelt die vor allem bei besserverdienenden Briten beliebten Lifestyle-Geländewagen(SUV) als Chelsea-Traktoren - nach dem Trend-Stadtteil, in dem die Spritschlucker besonders oft gesichtet werden.

Demnächst sollen die Yuppie-Trecker noch teurer werden: Ken Livingstone, Bürgermeister der britischen Hauptstadt, möchte den innerstädtischen Wegezoll für SUVs verdreifachen - auf 25 Pfund (34 Euro). Mit dieser Maßnahme hat der Politiker nun den Unbill des Sportwagenherstellers Porsche auf sich gezogen.

Porsche Cayenne GTS: Der Wagen verbraucht im Stadtverkehr 22,6 Liter auf 100 Kilometer.

Porsche Cayenne GTS: Der Wagen verbraucht im Stadtverkehr 22,6 Liter auf 100 Kilometer.

Die Steigerung der Abgaben für Personenwagen mit hohem CO2- Ausstoß sei "unfair" und "einfach ungerecht", erklärte Andy Goss, Direktor des britischen Firmenablegers Porsche Cars GB am Dienstag. Sollte Livingstone nicht innerhalb von 14 Tagen auf die Beschwerde von Porsche antworten oder die Maut-Erhöhung zurücknehmen, wolle das Unternehmen vor Gericht gehen, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.

Derzeit muss für alle Autos in London eine einheitliche Innenstadt-Maut von acht Pfund gezahlt werden. Die kürzlich von Livingstone angekündigte höhere Gebühr im gesamten Stadtzentrum soll vom 27. Oktober an für alle Fahrzeuge gelten, die mehr als 225 Gramm Kohlendioxid je Kilometer in die Atmosphäre blasen - dazu gehören so ziemlich alle Porsche-Modelle, vom klassischen 911er bis zum Geländebrummer Cayenne.

Porsche sieht Maut als falsches Signal

Von der Maut befreit werden sollen hingegen Autos, die weniger als 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Nach derzeitigem Stand fiele Schätzungen zufolge für 17 Prozent aller in London registrierten Personenwagen die erhöhte Maut an, während zwei Prozent künftig gebührenfrei in der Innenstadt fahren dürften.

Die anvisierte Maut von 25 Pfund, hat nach Darstellung des britischen Porsche-Chefs lediglich "sehr begrenzte Effekte" auf die CO2-Emissionen. "Sie wäre schlecht für London insgesamt und würde das falsche Signal senden, dass die Stadt nicht ernsthaft daran interessiert ist, sich als der beste Standort für Geschäfte zu etablieren", erklärte Goss.

Der als streitlustig geltende Londoner Bürgermeister, den die Presse "Red Ken" nennt, reagierte umgehend auf Porsches Drohung: "Niemand darf seinen Müll auf die Straße kippen. Und Porsche sollte nicht das Recht besitzen, den Londonern spritsaufende Schadstoffe ausstoßende Autos aufzuzwingen", erklärte er vor Journalisten.

hil/dpa/Reuters

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