Von Roman Büttner
Fade Durchschnittskarossen haben auf dem Genfer Autosalon (6. bis 16. März) eigentlich nichts verloren. Eine Ausnahme ist in diesem Jahr der BMW Golf, eine Fusion aus dem VW-Klassiker und dem Münchner 3er-Modell. Das ungewöhnliche Gefährt ist das Ergebnis einer Analyse des Auktionshauses Ebay. Die Internetfirma hat 30 Millionen Auto-Suchanfragen des Jahres 2007 ausgewertet und daraus eine Art Durchschnitts-Gebrauchtwagen ermittelt.
Die Auswertung ergab, dass der VW Golf das beliebteste Modell und BMW die gefragteste Marke ist. Außerdem soll der Gebrauchte unter anderem mit einem Navigationssystem, Schalensitzen, einem Schiebedach und Folienaufklebern ausgestattet sein. Das Ganze soll exakt 7310 Euro kosten - auch dies ein Durchschnitt.
Ebays Datenbasis ist allerdings nicht besonders vertrauenswürdig: Ausgewertet wurden nicht die Daten des gesamten deutschen Gebrauchtwagenmarktes, sondern nur Abfragen auf den zu dem US-Internetkonzern gehörenden Portalen Ebay Motors und Mobile.de. Zudem beruht die Analyse auf durchgeführten Suchen und nicht auf getätigten Käufen. Letztere sagen nicht allzu viel aus: Vermutlich gucken viele Leute irgendwann einmal nach, was ein gebrauchter 911er kostet, aber kaum einer schlägt wirklich zu.
Zunächst wollte Ebay nur wissen, wie das gebrauchte Durchschnittsauto aussieht und ausgestattet ist. Irgendwann muss den Leuten in der Pressestelle jedoch die Idee gekommen sein, dass die Geschichte vom Durchschnitts-Pkw ein Prima-PR-Vehikel ist. Daher wurde ein Designbüro beauftragt, eine entsprechende Studie am Computer zu modellieren. Das schleswig-holsteinische Schrauberteam "Bad Toys" um Werkstattbesitzer Andreas Krüger bekam den Auftrag, einen 3er BMW mit einem VW Golf zu verheiraten.
Insgesamt 925 Arbeitsstunden zwischen November 2007 und Februar 2008 investierten die Kfz-Experten in den BMW Golf. "Die Arbeiten an dem Auto waren heftig und viele Nachtschichten waren nötig, damit es rechtzeitig zum Genfer Salon fertig werden konnte. Meine Frau hat mich die letzten vier Monate nur selten gesehen", sagt Mechaniker Stephan Brammann.
Schwungvolle Verbindung zwischen Nord und Süd
Auch der Materialaufwand war immens. Für die Schweißarbeiten wurden drei Kilometer Draht verbraucht; um fließende Übergänge zu modellieren, waren 10 Kilogramm Spachtelmasse und 15 Kilo Fiberglas nötig. "Besonders schwierig war die B-Säule", sagt Brammann, "denn die musste nach oben breiter werden, weil die hinteren Türen des BMW schräg verlaufen."
Auf der Straße wird der Wagen am ehesten wegen seiner zweifarbigen Lackierung für Aufsehen sorgen - auch ein Ergebnis der Analyse. Hinten ist das Deutschlandauto Carbon-Schwarz und vorn Metallic-Blau gefärbt. Die Karosserieform ist dagegen optisch wenig auffällig - Durchschnitt eben.
Erst bei genauerem Hinsehen fallen dem Betrachter die Besonderheiten des Autos auf. Neben der bereits erwähnten B-Säule sind auch die Schweller und Einstiegsleisten markant. Denn beim VW reichen die Türen deutlich tiefer, als beim BMW, so dass die Fugen zwischen Tür und Einstiegsleiste unterschiedlich hoch sind.
Allerdings wird das Deutschlandauto so gut wie nie auf der Straße zu sehen sein, denn es ist ein Einzelstück. Und sollte es jemals bei Ebay versteigert werden, wird der Zwitter mutmaßlich mehr erlösen als die in der Analyse ermittelten 7310 Euro. Bei einem Mechaniker-Stundenpreis von 70 Euro kostete allein der Umbau knapp 65.000 Euro - das liegt sogar weit über dem deutschen Durchschnittpreis von rund 24.000 Euro für einen Neuwagen.
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Ich möchte behaupten mal das 99% der Autofahrer die schonmal einen schweren Unfall hatten dankbar für eine gute Sicherheitsausstattung sind und es nicht bereuen dafür beim Kauf mehr bezahlt zu haben. Die 1% wie Sie die sich [...] mehr...
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