Suzuki Kizashi 3: Auf dem Weg nach oben

Von Tom Grünweg

Suzuki ist auf dem Weg nach oben: Weil die Kunden langsam nach mehr fragen als pfiffigen Kleinwagen und preiswerten Geländegängern, kommt 2010 ein schmucker Mittelklässler. Nach zwei wilden Studien wird das Projekt mit dem Kizashi 3 jetzt in New York langsam konkret.

Aller guten Dinge sind drei. Nach diesem Motto hat Suzuki jetzt auf der Auto Show in New York die dritte und letzte Studie aus dem Kizashi-Zyklus enthüllt. Etwa ein halbes Jahr nach der Premiere des ersten Kizashi in Form eines viertürigen Kombi-Coupés auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt und dem hochbeinigen Cross-Over-Modell auf der Tokio Motor Show steht deshalb jetzt in Manhattan eine sportliche Limousine, die aus mancher Perspektive ein wenig an Peugeot oder Audi erinnert. Schließlich hat auch sie einen riesigen Kühlergrill, eine hohe Gürtellinie, schmale Fenster und einen rund geschliffenen Stummel am Heck.

Noch verraten die Japaner zwar offiziell nicht, welcher der drei Entwürfe die größten Chancen hat, doch sie lassen an ihren konkreten Plänen keinen Zweifel: "In zwei Jahren wird eines dieser Autos in Serie gehen", sagt Tashihiro Suzuki, der in der Konzernzentrale das Marketing verantwortet und dringend ein größeres Auto braucht. Dabei denkt er frühestens in der zweiten Linie an den eigenen Dienstwagen, sondern ihm brennt der US-Markt unter den Nägeln. Dort können die Händler die Kunden kaum halten, weil sie ihnen neben dem gerade auch bei uns eingeführten Stufenheck des SX4 und den für amerikanische Verhältnisse nahezu winzigen Geländewagen Grand Vitara und XL-7 keine größeren Fahrzeuge zu bieten haben.

Ein Auto für die Familie

Und auch in Europa würde Suzuki ein Auto für Aufsteiger gut passen, glaubt der Marketingchef: "Wer sich weiterentwickelt, etwas mehr Geld verdient und eine Familie gründet, will vielleicht irgendwann ein größeres Auto als den Grand Vitara", sagt Suzuki und freut sich damit auch auf mehr Umsatz. Denn bislang reicht die Preisspanne der Japaner bei uns nur von 9990 Euro für den Swift und den neuen Splash bis 30.000 Euro für ein voll ausgestatteten Grand Vitara. Selbst wenn es für konkrete Zahlen noch viel zu früh ist, braucht man nicht viel Phantasie, um den Preisrahmen mit dem Mittelklasse-Modell noch etwas auszuweiten.

Zwar ist der letzte Kizashi-Entwurf mit einem Radstand von 2,80 Metern und einer Länge von 4,65 Metern für amerikanische Verhältnisse noch immer ein kleines Auto. Und auch in Europa würde er eher mit dem VW Jetta als mit Passat und Co. konkurrieren. Doch für den ausgemachten Kleinwagenspezialisten Suzuki markiert der Wagen einen großen Schritt. Deshalb stimmen die Japaner ihre Kunden mit dem Studienzyklus langsam auf den Weg nach oben ein und sammeln zudem eifrig die Rückmeldungen. "Wir haben auch deshalb drei ganz unterschiedliche Spielarten des Kizashi gezeigt, weil wir den Publikumsgeschmack ausloten wollten", sagt Suzuki. "Wir wollten wissen, welche Variante bei den Kunden am besten ankommt." Erst dann werde über das Serienmodell entschieden.

Geplante Markteinführung 2010

Das klingt zwar noch sehr vage und relativ offen. Doch viel Spielraum hat Suzuki nicht mehr. Schließlich wird bereits auf einer Messe Ende nächsten Jahres, also in Frankfurt oder in Tokio, das Serienmodell enthüllt, lässt der Marketingchef durchblicken. Und der Verkauf in den USA, Japan und in Europa soll Anfang 2010 starten. Die besten Aussichten hat deshalb wohl das jetzt in New York enthüllte Showcar, "das dem Serienauto schon ziemlich nahe kommt", verrät Mr. Suzuki und lässt zumindest ein kleines Hintertürchen offen: Eine zweite Modellvariante, so hört man bei den Japanern, sei nicht ausgeschlossen.

Um diesen strammen Zeitplan einzuhalten, baut der Konzern daheim in Japan gerade ein neues Werk mit einer Kapazität von 250.000 Autos pro Jahr, in dem neben dem Kizashi auch der nächste Grand Vitara vom Band laufen soll. Für das neue Flaggschiff rechnet Suzuki dabei mit einer Produktion von 100.000 bis 150.000 Autos, von denen er die Hälfte in die USA und eine weitere große Tranche nach Europa verkaufen will.

Vierzylinder-Motor, Dieselaggregat und Hybridantrieb möglich

Weil die Amerikaner als wichtigste Kunden für den Wagen vorerst den Ton angeben, bestimmen ihre Wünsche auch die Antriebstechnik. Wie die von einem 300 PS starken 3,6-Liter-Motor angetriebene Studie wird wohl auch das Serienmodell deshalb einen V6-Motor bekommen. Und auch die sechsstufige Automatik und der Allradantrieb gelten als gesetzt. Um den Preis allerdings nahe an geschätzten 20.000 Dollar zu halten, wird es wohl auch einen Vierzylinder mit Frontantrieb geben, hört man auf dem Messestand. Für den Anfang ist das schon mal nicht schlecht. Doch weiß auch Marketingchef Suzuki, dass sich die Anforderungen ändern und die Kunden nach sparsameren Autos verlangen. Für die USA werde deshalb auch über einen Hybridantrieb nachgedacht. "Und gerade mit Blick auf Europa untersuchen wir, ob es einen Diesel geben könnte."

Zwar wird das Projekt mit der Studie in New York so langsam konkret. Doch einen Namen hat das Auto noch nicht, sagt der deutsche Suzuki-Sprecher Axel Seegers. "Nur eines ist sicher: Kizashi wird er nicht heißen." Denn das bedeutet auf Japanisch Vorgeschmack und wäre deshalb für das Serienmodell denkbar ungeeignet.

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  • Datum: Donnerstag 20.03.2008 | 17:15 Uhr
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