Hamburg - Nach einer neuerlichen Erhöhung am Donnerstagabend kostete an den Zapfsäulen in Deutschland der Liter Super im Durchschnitt 1,51 Euro und damit so viel wie nie zuvor, wie Sprecher der Mineralölwirtschaft am Freitag mitteilten. Der Preis für Diesel schoss auf die Rekordmarke von 1,45 Euro.
Preisanzeigetafel einer Tankstelle in Bayern, aufgenommen am Freitag: Massiver Anstieg vor Pfingsten
"Die Rekordwerte beim Benzin sind die logische Folge aus dem teuren Öl", sagte eine Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV). Die Ölmärkte seien derzeit klar von den Finanzmärkten getrieben. Fundamentale Gründe für den Preisanstieg gebe es nicht.
Autoclubs fordern Eingreifen der Politik
Angesichts der Rekordpreise haben die Automobilclubs ADAC und ACE die Bundesregierung dringend zum Handeln aufgefordert. Der ADAC sprach sich für eine sofortige Aussetzung der Ökosteuer und eine höhere Entfernungspauschale für die Fahrt zur Arbeit aus. Der ACE kritisierte, dass die Bundesregierung tatenlos der Spekulation mit dem Öl zusehe und riet Autofahrern, im Ausland zu tanken.
ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker bemängelte, dass der Staat "immer größere Summen an Steuergeldern vom Autofahrer" kassiere, "während Millionen von Menschen längst nicht mehr wissen, wovon sie die nächste Tankrechnung bezahlen sollen". Von jedem getankten Liter Benzin "fließen 89 Cent in die Staatskasse. Dieser extrem hohe Steuersockel ist mitschuldig an der jetzigen Misere", kritisierte Becker.
Ein Blick in die Vergangenheit macht deutlich, wie drastisch sich die Kosten für den Autofahrer erhöht haben. Vor zehn Jahren kostete ein Liter Superbenzin umgerechnet 81 Cent, Diesel war für 59 Cent zu haben. Damit hat sich der Dieselpreis auf heute 1,43 Euro mehr als verdoppelt. Ein Durchschnittsfahrer, der rund tausend Liter Benzin im Jahr verbraucht, muss 680 Euro zusätzlich aufwenden, der Diesel-Besitzer sogar 840 Euro mehr.
Defensives Fahren spart Sprit
Bislang zahlen die Autofahrer die höheren Preise unter lautem Murren - aber sie zahlen. Weder die Zahl der Autos noch die gefahrenen Kilometer pro Jahr haben sich spürbar verändert. "Das Autofahren ist so teuer, dass es kaum überflüssige Fahrten gibt, die sich einsparen lassen", sagt der ADAC-Verkehrsexperte Jürgen Albrecht. "Der Zweck der Mobilität ist nicht veränderbar." Oder anders gesagt: Zur Arbeit muss man auf jeden Fall.
Lässt sich dennoch irgendwie Sprit sparen? "Es gibt nur wenige Stellschrauben, um an den Autokosten zu drehen", sagt Albrecht. SPIEGEL ONLINE hat einige Möglichkeiten zusammengetragen:
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