Düsseldorf - "Mit Diesel wird zurzeit spekuliert und richtig Geld verdient", sagte Sven Janssen, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD), der in Düsseldorf erscheinenden Tageszeitung "Rheinische Post". Die Tankstelle werde so zur "Börse des kleinen Mannes" mit enormen Preissprüngen, die durch den Ölpreis allein nicht begründet werden könnten.
Auch in anderen Bundesländern sei die Rekordmarke für Diesel gefallen, bestätigte Janssen. Selbst im Vergleich zwischen freien und Markentankstellen seien oft keine Unterschiede beim Dieselpreis mehr festzustellen: Der AvD forderte die Bundesregierung auf, den Autofahrern "einen Teil dieser enormen Belastung zu nehmen". Gewinne, die der Staat bei der Kraftstoffmehrwertsteuer erziele, müssten ausschließlich dazu verwendet werden, die Mineralölsteuer zu senken, betonte Janssen.
Trotz der jüngsten Rekordpreise hält der Deutschland-Chef der polnischen Tankstellenkette Orlen/Star, Josef Busch, die Benzinpreise in Deutschland für zu niedrig. Der "Bild"-Zeitung sagte Busch: "Trotz des hohen Ölpreises verdienen wir derzeit am Benzin kein Geld. Daher ist Benzin eigentlich zu billig." Busch erklärte, der Liter Super müsste "fünf bis sechs Cent mehr kosten". Der Manager begründete seine Einschätzung mit dem "beinharten Wettbewerb" auf dem deutschen Tankstellenmarkt.
hil/ddp
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