Von Marc Pitzke, New York
Von allen US-Autokonzernen ist Chrysler am schwersten gebeutelt. Offiziell nun nicht mehr Teil der Daimler-Familie, sondern im Besitz der Private-Equity-Gruppe Cerberus, fuhr das Unternehmen im letzten Jahr 1,6 Milliarden Dollar Miese ein. Chrysler ist dabei, seine Palette von 30 auf 15 Modelle zu halbieren, hat Zehntausende Stellen gestrichen und Marktanteil verloren.
Nie um extravagante Marketing-Ideen verlegen, kam man deshalb nun auf diesen tollen Einfall: eine Benzingarantie. "Let's Refuel America!" heißt die Aktion - "Lasst uns Amerika auftanken!": Jeder Kunde, der einen Chrysler kauft, bekommt auf drei Jahre hinaus für bis zu 12.000 Fahrmeilen pro Jahr einen fixen Spritpreis von 2,99 Dollar pro Gallone (0,50 Euro je Liter) zugesichert (Normal oder Diesel).
Die Rechnung dahinter: Die Umsätze der mehr verkauften Autos macht die Summe des von Chrysler übernommenen Treibstoffanteils bei Weitem wieder wett.
Das Resultat: Chrysler-Händler und Verkaufs-Websites verzeichnen spürbar verstärktes Interesse - vor allem an spritsparenden Modellen wie dem Jeep Compass oder dem Dodge Caliber. Leider schlug sich das bisher trotzdem kaum in erhöhten Absätzen nieder. Das Automagazin "Motor Trend" witterte ein "Gimmick", die Forschergruppe Union of Concerned Scientists nannte das Angebot "einen zynischen Deal": Der Kunde spare nur rund 400 Dollar, während spritbewusstere Modelle als die, die Chrysler anbiete, mehr als 3000 Dollar an Ersparnissen brächten. Dennoch hat Chrysler den Marketing-Clou bis zum 7. Juli verlängert.
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