In diesem Jahr fand das "Volkswagen Zubehör Designforum" bereits zum zehnten Mal statt. Es muss also etwas dabei herum kommen, wenn VW immer wieder kreative Ideen bei den Design-Studierenden der Hochschule Darmstadt anfragt. Thomas Rath, Geschäftsführer der Volkswagen Zubehör GmbH mit Sitz in Dreieich bestätigt dies: "Das Designforum hat uns schon viele wichtige Produktimpulse gegeben und Trends aufgezeigt." Und Klaus Bischoff, Leiter Volkswagen Design, lobt, dass die Anregungen der Studierenden "immer wieder Inspiration für die eigene Arbeit" geben und viele Vorschläge für neues Zubehör "durch ihr Design begeistern und durch Mehrwert überzeugen."
In diesem Jahr nahmen zwölf Studentinnen und Studenten teil – mit insgesamt 18 Produktideen. Die Designer der besten eingereichten Ideen erhalten als Belohnung einen Praktikumsplatz bei VW. Demnächst wird zum Beispiel Johannes Rasche als Praktikant in Wolfsburg antreten dürfen. Er entwickelte eine zusammenfaltbare Dachbox, die bei Nichtgebrauch auf die Maße eines kleinen Koffers zusammengelegt werden kann. Die VW-Jury kürte den cleveren Zusatzgepäckraum zum innovativsten Projekt des Wettbewerbs – spätere Serienfertigung durchaus möglich.
Auch die Studentinnen Anja Nickel, Britta Schlegelmilch und Valentina Ansel werden demnächst zum Praktikum bei VW antreten dürfen. Sie ersannen ein Kinderzelt für den Fond, das hübsch bunt und fröhlich aussieht, dessen Sinn sich allerdings nicht ganz erschließt. Denn während der Fahrt müssen die Kleinen ja eh festgezurrt stillsitzen. Und kein Kind möchte am Ziel auch nur eine Minute länger als nötig im Auto bleiben. Originell ist die Idee trotzdem – zumal sie das Auto als Behausung des modernen Nomadenmenschen auf den Punkt bringt.
Haken, Taschen, Zelt - das Auto als Lebensraum
Wie vielfältig die Möglichkeiten für Autohersteller sind, durch neue Produkte Umsatz und Gewinn zu steigern, zeigen auch die meisten anderen Projekte: Ob spezielle 3D-Klebefolien für die Karosserie, ein Befestigungssystem am Dachhimmel des Autos, bunte Allzweckhaken zur schnellen Installation an den Kopfstützen, eine Tasche aus dem Hightech-Gewebe Keprotec für die Sitzrückenlehnen oder ein Schmuckstück, in dem Autoschlüssel, Armreif und Uhr miteinander kombiniert sind.
Die Zubehör-Tochterfirma von VW – die derzeit etwa 8000 Artikel im Angebot hat – bekommt also wieder eine Menge Futter für ihre Marketingexperten, die nun die Marktchancen der einzelnen Produktvorschläge auswerten können. Und für die Hochschule Darmstadt ist das Design Forum ein weiterer Mosaikstein für das Image, dass die Lehranstalt für ihre praxisnahe Ausbildung bei Personalchefs genießt. Hochschul-Präsidentin Maria Overbeck-Larisch: "Unsere Studierenden werden beim Designforum sehr konkret mit den Bedingungen der Arbeitswelt konfrontiert. Sie erleben Zeitdruck, die Beurteilung durch versierte Fachleute aus der Wirtschaft und meistens auch die Bestätigung, dass die eigene Idee gut ankommt." Spätestens dann, wenn die Idee als VW-Zubehör verkauft wird.
jüp
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