Das Experiment als Van-Spezialist in allen möglichen Größen ist offenbar gescheitert. Seat bietet mit den Modellen Altea, Altea XL, Toledo und Alhambra ein ganzes Van-Quartett mit eigenwillig-schrägem Design an, das aber ganz offensichtlich nur den kleineren Teil der Neuwagenkundschaft interessiert. Folgerichtig schwenkt die spanische Marke aus dem VW-Konzern jetzt um und orientiert sich wieder an klassischen Karosserieformen. Nach dem komplett neuen Kleinwagen Ibiza, der in diesen Wochen sein Debüt feiert und schon die Technik des künftigen VW Polo vorwegnimmt, wird Seat voraussichtlich beim Autosalon in Paris im Oktober eine neue Limousine enthüllen.
Exeo soll das neue Auto heißen, mit dem die Marke nach eigenen Angaben ihre "Modellpalette nach oben erweitern" wird. Der Name, erklärt Seat weiter, leite sich ab vom lateinischen Wort "exire", was soviel wie hinausgehen bedeute. Insofern beschreibe der Name des neuen Wagens "den Weg von Seat in neue Fahrzeugsegmente", schreibt das Unternehmen. Eigentlich ist es ein ganz altes Segment, nämlich das der Limousinen.
Wie im VW-Konzern üblich und auch ökonomisch sinnvoll, greift Seat dabei tief in den Modulbaukasten. So wird das neue Stufenheckmodell Exeo auf der Plattform des Audi A4 stehen. Komponenten wie Motoren, Getriebe, Klimaanlagen und ähnliche Bauteile des künftigen Seat-Top-Modelles dürften ebenfalls von anderen Fahrzeugen des Konzerns bekannt sein.
Klassische Formen über bewährter Technik
Beim Design, so heißt es, werde der Exeo nicht ganz so sportlich und frisch gestaltet sein wie etwa der knackige Ibiza oder so auffallend anders wie der ziemlich füllig geratene Toledo. Stattdessen hätten sich die Kreativen um Designchef Luc Donckerwolke um ein eher klassisch-elegantes Äußeres bemüht. Seat will offenkundig wieder seriöser werden, eine Marke, die auch in feinere Vorstadtsiedlung passt und nicht nur auf die Parkplätze der Wohnblocks.
Wenn nicht alles täuscht und die spanischen Entwickler den Termin der Weltpremiere auf dem Pariser Salon einhalten, dann dürfte das Auto wohl im Frühjahr 2009 auf die Straße kommen. Und wie auch beim Vorbild Audi A4 soll nach der Exeo Limousine ein Exeo Kombi erscheinen. Beide Autos sollen im Seat-Stammwerk in Martorell produziert werden. Die gute Nachricht für alle Autofahrer, die unkonventionelle Karosserien und viel Platz im Innenraum schätzen: Der Seat Toledo wird trotz des überschaubaren Erfolgs weiter gebaut.
jüp
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