Neuer Höchststand: Super kostet mehr als 1,60 Euro pro Liter

Rekordhoch für die Spritpreise in Deutschland: Im bundesweiten Durchschnitt kostet Super jetzt erstmals 1,60 Euro pro Liter, vielerorts schon mehr. Für Diesel müssen Autofahrer im Mittelwert 1,56 Euro zahlen.

1,56 oder 1,61 Euro pro Liter: Rekordstände an den Tankstellen
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DPA

1,56 oder 1,61 Euro pro Liter: Rekordstände an den Tankstellen

Hamburg - Der Rekord-Ölpreis macht sich an den Tankstellen in Deutschland immer deutlicher bemerkbar. Nach Angaben aus der Mineralölwirtschaft kostet Super im Bundesdurchschnitt 1,60 Euro pro Liter. Für einen Liter Diesel sind 1,56 Euro fällig. Vielerorts liegen die Preise aber schon deutlich über den Mittelwerten.

Die Preise sind innerhalb eines Tages rasant gestiegen. Am Freitagvormittag hatte Superbenzin im Durchschnitt noch 1,55 Euro gekostet, bei Diesel waren es 1,51 Euro.

Experten warnen jetzt, dass weitere Erhöhungen bevorstehen könnten, weil sich die Preise für Rohöl und Ölprodukte am europäischen Markt in Rotterdam erneut nach oben bewegen.

Rohöl der Nordsee-Sorte Brent, das für den europäischen Markt maßgebend ist, kostete am Donnerstag erstmals mehr als 146 Dollar pro Fass. Nach Einschätzung der Commerzbank ist der Anstieg des Ölpreises auf die 150-Dollar-Marke "reine Formsache und nur eine Frage von wenigen Wochen oder sogar Tagen".

Für Preisdruck sorgt laut Commerzbank Chart zeigen nicht nur die enge Angebots-Nachfrage-Situation, entscheidend seien auch geopolitische Risiken wie der Konflikt um das iranische Atomprogramm. Außerdem befeuere die Nähe zur "magischen Grenze" von 150 Dollar die Spekulation.

Neuer Preisrekord auch bei Rohöl aus der Opec (Organisation Erdöl exportierender Länder): Ein Barrel kostet erstmals mehr als 140 Dollar. Die Opec berechnet ihren Durchschnittspreis auf der Basis von 13 Sorten aus dem Kartell.

In der Wirtschaft wächst nun die Sorge vor massiven Arbeitsplatzverlusten. Vor allem das Taxi- und das Transportgewerbe rechnen mit Stellenstreichungen. Nach einer Umfrage der "Bild"-Zeitung sehen mehrere Verbände insgesamt bis zu 140.000 Arbeitsplätze in Gefahr.

Allein in der Transportbranche könnten nach Angaben des Bundesverbands Güterverkehr und Logistik (BGL) rund 30.000 der knapp 600.000 Arbeitsplätze wegfallen. "Die Unternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand", sagte der stellvertretende BGL-Geschäftsführer Adolf Zobel. Für das erste Halbjahr gehe der Verband von doppelt so vielen Insolvenzen aus wie im Vorjahreszeitraum.

Auch der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband (BZP) warnte, im Taxigewerbe seien bis zu 50.000 der 200.000 Arbeitsplätze gefährdet. "Wir sind äußerst besorgt", erklärte Verbandsgeschäftsführer Thomas Grätz. Preiserhöhungen würden Kunden nicht ohne weiteres akzeptieren. Seit zwei Monaten sei bei den Fahrgastzahlen bereits "eine kleine Delle" spürbar.

Laut "Bild" drohen auch bei Busunternehmen, Fahrschulen, der Fischerei-Branche und bei Kurier- und Postdiensten Entlassungen.

Insgesamt schwächen die hohen Energiepreise die Wirtschaft, sagte Michael Bräuninger vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). Während bestimmte Sektoren wie etwa der Transportbereich besonders leiden würden, profitierten aber andere Bereiche. Als Beispiel nannte Bräuninger etwa Gebäudesanierung und Öko-Energien, wo neue Arbeitsplätze entstünden. "Das könnte sich etwa ausgleichen."

wal/AP/dpa

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  • Datum: Freitag 04.07.2008 | 16:03 Uhr
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