Brüssel - Die EU plant intensivere Cannabis-Kontrollen für Autofahrer. "Wir wollen ein ähnliches System für Drogenkonsum wie für Alkohol am Steuer", sagte EU-Justizkommissar Jacques Barrot am Donnerstag bei der Vorstellung eines neuen Vierjahresplans zur Drogenbekämpfung. In zwei Jahren sollen die Kontrollen beginnen. Nach Angaben der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) nehmen jährlich rund 23 Millionen Europäer Cannabis zu sich und 4,5 Millionen konsumieren Kokain.
"Wir haben immer mehr Risiken mit jungen Fahrern, die einen Joint geraucht haben", betonte Barrot, der bis zum Frühjahr in der Kommission für Verkehrsfragen zuständig war. Ziel müsse sein, jeglichen Drogenkonsum von Autofahrern zu verbieten. Während beim Alkohol verschiedene Grenzwerte gälten, könne man bei Drogen eine einheitliche Regelung in Europa finden.
"Überaus besorgniserregend" ist Barrot zufolge der Kokain-Gebrauch. Nach EBDD-Zahlen nehmen mehr als fünf Prozent der Spanier und Briten im Alter zwischen 15 und 34 Jahren Kokain. In Deutschland sind es weniger als zwei Prozent.
Insgesamt sieht Barrot aber bereits Erfolge im Kampf gegen den Drogenmissbrauch in Europa. "Wir haben das Problem doch ein wenig eingedämmt", sagte der Justizkommissar. Angesichts von 7500 Menschen, die jährlich in Europa an einer Überdosis Rauschgift sterben, fügte Barrot aber hinzu: "Die Bilanz ist nicht negativ, aber wir müssen noch besser werden." Sein neuer Drogenaktionsplan sieht unter anderem eine engere Zusammenarbeit zwischen Polizei- und Zollbehörden der 27 EU-Staaten vor.
rom/dpa
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