Sonntag, 22. November 2009

Auto



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20.10.2008
 

Rennauto-Designwettbewerb

Phantastische Flitzerei

Von Tom Grünweg

Diesel-Rennwagen gewinnen Le Mans, die Formel 1 nutzt den Hybridantrieb - der Motorsport rüstet sich für die Zukunft. Ein kalifornischer Designwettbewerb zeigt jetzt, wie spektakulär Rennautos 2028 aussehen könnten.

Die US-Westküste gilt als Hotspot des globalen Geschmacks: iPod, Tesla-Roadster, Google, Facebook und die beste Lounge-Musik – was cool ist, kommt aus Kalifornien. Das hat längst auch die Automobilindustrie erkannt: Seit Toyota dort 1972 als erstes Pkw-Unternehmen eine kreative Außenstelle eröffnete, sind inzwischen mehr als ein Dutzend Auto-Designstudios an der Westküste ansässig. Sie sollen erahnen, was künftig auf den Straßen gefragt sein wird.

Es geht nicht nur um blumige Visionen. Längst sind die Studios in Irvine, Pasadena oder Santa Monica in den stringenten Entwicklungsprozess der großen Konzerne integriert. Sie geben für jedes neu zu bauende Fahrzeug einen eigenen Entwurf ab und machen häufig mit spektakulären Designstudien und attraktiven Serienfahrzeugen auf sich aufmerksam: Mercedes F-700, Mazda Furai, VW GX-3 oder BMW Z8 sind dafür nur einige Beispiele.

Einmal im Jahr allerdings dürfen sich die Kreativen an der Küste so richtig austoben. Denn Bodenhaftung gehört nicht zu jenen Tugenden, die man für einen Sieg bei der LA Design Challenge benötigt. Wichtiger sind Phantasie und Visionskraft, wenn man sich buchstäblich ausmalen soll, wie Autos in 20 Jahren einmal aussehen könnten.

Rennautos für die Zeit nach dem Rohöl

In diesem Jahr waren keine Ideen für konventionelle Pkw gefragt, sondern Boliden für die Rennstrecken von Übermorgen. Denn auch wenn Benzin immer knapper und die Emissionsgesetze immer strenger werden, sollen Motorsportfans – Elektroantrieb, Solarzellen und Windkraft sei Dank – nicht auf spannende Hetzjagden in Laguna Seca und anderswo verzichten müssen. Bevor die wilden Entwürfe Ende November auf der Autoshow in Los Angeles offiziell enthüllt werden, stellt SPIEGEL ONLINE sie schon einmal vor.

Die Studios nähmen den scheinbar ausgeflippten Wettbewerb sehr ernst, beteuert Audi-Designchef Stefan Sielaff. "Die Studien schüttelt keiner mal eben aus dem Ärmel, sondern da steckt schon etwas mehr Zeit drin."

Der Blick in die Zukunft ist den Designern ungeheuer wichtig. Deshalb steht der Wettbewerb bei ihnen hoch im Kurs, bestätigt der gerade in den Ruhestand verabschiedete Ex-Mercedes-Designchef Peter Pfeiffer. "Die Design Challenge ist mit ihren ungewöhnlichen Themen eine kreative Herausforderung."

Phantasie braucht außer den Designern auch das Publikum. Denn anders als die vielen Realo-Studien auf der Messe kann man die Wettbewerbsbeiträge nur zweidimensional erfassen. Echte Autos werden aus den Visionen nur im Kopf des Betrachters.

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