Ulkig sieht der Fuoss 01 auf jeden Fall aus. Hilfe, ich habe einen Formel-1-Renner geschrumpft, könnte man auch sagen. Doch um die Optik ging es dem Maschinenbauingenieur Dieter Fuoß gar nicht so sehr. Der ehemalige Motorsportler wollte vielmehr das spezielle Gokart-Gefühl auf ein Fahrzeug übertragen, das eben kein Gokart ist, sondern ein straßenzugelassenes Gefährt. Jetzt ist der Prototyp fertig, die Kleinserienfertigung kann beginnen und Ende März kommenden Jahres soll der erste Fuoss 01 an einen Kunden ausgeliefert werden.
Knapp fünf Jahre lang tüftelte Fuoß an dem Auto. Der Flitzer wurde von Grund auf entworfen, entwickelt und gebaut. "Allerdings hatten wir von Anfang an den TÜV mit ins Boot geholt, denn das Auto sollte auf jeden Fall zulassungsfähig werden", berichtet der Erfinder. Die letzten Testfahrten bestätigten, was Fuoß immer gewollt hatte: Der Einsitzer vermittelt "ein Feeling, als ob man mit einem Gokart unterwegs ist".
Angetrieben wird der Wagen von einem mittig plazierten Suzuki-Motor mit 400 Kubikzentimetern Hubraum und einer Leistung von 43 PS. Die Maschine treibt das circa 300 Kilogramm schwere Mobil auf bis zu 154 km/h - angesichts der doch recht ungeschützten und extrem tiefen Sitzposition ein beeindruckendes Tempo. Das Fahrvergnügen sei "sehr sportlich", sagt Fuoß - die Ausstattung ist es auch. Scheibenbremsen rundum, Leichtmetallräder mit 195er-Reifen sowie ein sequenzielles Fünfganggetriebe sind eine klare Ansage in Richtung Grip, Beschleunigung und hohe Kurvengeschwindigkeiten.
Ein Verdeck ist nicht vorgesehen, der Fuoss 01 ist als Sportgerät gedacht. Vorsichtshalber sind alle Schalter und Instrumente wasserfest - man kann also auch bei Regen noch nach Hause fahren. Die Kunststoffkarosserie wird nach Kundenwunsch lackiert, wobei das Wägelchen ohnehin extrem exklusiv sein wird. Lediglich zehn Exemplare sollen gebaut werden. Wer einen Fuoss 01 haben möchte, kann sich schon einmal auf einen Preis von 29.000 Euro einstellen. Neben dem Geld ist außerdem ein Führerschein der Klasse B (früher Klasse 3) nötig.
Gefertigt wird der Renner komplett in Handarbeit im Betrieb von Dieter Fuoß. Es ist die erste Produktion in dem Traditionsunternehmen aus Balingen-Ostdorf auf der Schwäbischen Alb, das von Fuoß' Großvater gegründet wurde. Bislang nämlich befasste sich die Firma vornehmlich mit dem Vertrieb und der Instandsetzung von Motorsägen, Rasenmähern und anderen Motorgeräten dieser Art. "Das Interesse an dem Fahrzeug ist groß", hat Dieter Fuoß registriert. "Jetzt müssen wir abwarten, wie sich das in der konkreten Nachfrage niederschlägt."
jüp
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