Frankreich: Verschrottungsprämie schiebt Automarkt an

Wer sein Altmetall verschrottet und dafür in einen Neuwagen investiert, kassiert in Frankreich Bares: Seit Anfang Dezember honoriert die Regierung den Kauf eines neuen, umweltfreundlichen Autos mit 1000 Euro - die französischen Hersteller jubeln.

Paris - Eine neue Verschrottungsprämie für Altwagen hat den französischen Automarkt zum Jahresende kräftig angeschoben. Im Dezember wurde jeder dritte Kauf eines Neuwagens mit einer Prämie von 1000 Euro für die Verschrottung eines mindestens zehn Jahre alten Autos gefördert. Der Neuwagen durfte dafür maximal 160 Gramm CO2 ausstoßen.

"Die Prämie hat den Verkauf gedopt", erklärte Olivier Lamirault vom Branchenverband CNPA dem "Journal du Dimanche". Davon profitierten in erster Linie die französischen Hersteller. So konnte Peugeot 20 Prozent mehr Autos absetzen als im November. Die Verschrottungsprämie gilt seit dem 4. Dezember 2008.

Der Minister für den Wirtschaftsaufschwung, Patrick Devedjian, sagte, er rechne in diesem Jahr mit einer Steigerung des Autoabsatzes um 100.000. Neuwagen sind wegen der Fördermaßnahmen derzeit in Frankreich billiger als drei Jahre alte Gebrauchtwagen.

Die französische Regierung hat angekündigt, 26 Milliarden Euro in Konjunkturmaßnahmen zu investieren. "Der Staat ist bereit, alles zu tun, um die Autobranche zu retten", sagte Präsident Nicolas Sarkozy Anfang Dezember. Wie für den Flugzeugbau werde Frankreich mit Industriepartnern einen Fonds für die Autobranche von 300 Millionen Euro auflegen. Dazu steuere der Staat sofort 100 Millionen Euro bei. Die Nutznießer müssten aber zusagen, keine Produktion ins Ausland zu verlagern.

Frankreich fördert zudem den Autoabsatz, um die "Halde" von einer Million Neuwagen abzubauen. Die Verschrottungsprämie wurde von 300 auf 1000 Euro erhöht. Außerdem wurde die Prämie auf Lieferwagen ausgeweitet, die zumeist aus heimischer Fertigung stammen.

Sieben von zehn Franzosen wollen aber in diesem Jahr wegen der Konjunkturkrise ihre Ausgaben einschränken. Das ergab eine IFOP-Umfrage für das "Journal du Dimanche".

Danach plant jeder Zweite geringere Ausgaben für Restaurantbesuche und für den Kauf elektronischer Geräte. Gut jeder Dritte will weniger telefonieren und Kleidung kaufen. Am wenigsten wollen die Franzosen am Essen sparen. Nur knapp jeder Fünfte will hier den Gürtel enger schnallen.

han/dpa

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  • Datum: Sonntag 04.01.2009 | 12:41 Uhr
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