Web-Community Radalert: Sixt startet mobiles Blitzer-Warnsystem

Von Tom Hillenbrand

Sixt eckt gerne an - auch das neueste Projekt des Pullacher Pkw-Vermieters dürfte für Wirbel sorgen: Per iPhone oder Blackberry sollen Autofahrer künftig Informationen über Polizeikontrollen sammeln können. Per SMS werden Mitglieder der Community Radalert.de dann vor mobilen Blitzern gewarnt.

Hamburg - Festinstallierte Blitzer - im Volksmund Starenkästen genannt - haben für technologisch versierte Autofahrer längst jeden Schrecken verloren: Im Internet lassen sich Datenpakete für alle gängigen Navigationsgeräte herunterladen. Per Warnton erfährt der Fahrzeugpilot dann, ob in seiner Nähe eine Radarkontrolle droht. Gegen Beamte mit Radarpistolen half hingegen bislang nur die strikte Beachtung der Straßenverkehrsordnung. Blitzer-Communitys könnten demnächst auch vor mobilen Polizeikontrollen warnen. Die Sixt AG, Deutschlands größter Autovermieter, testet derzeit einen Dienst namens Radalert, bei dem Nutzer mobile Blitzer melden können. Die gesammelten Daten werden für einige Stunden auf einer Web-Karte angezeigt und danach automatisch wieder gelöscht. "Zurzeit sind wir in der Betatest-Phase, sagte Alexander Beyer von Sixt E-Ventures SPIEGEL ONLINE.

Blitzer können die Nutzer entweder im Internet melden - oder über ihr Handy. Für Apples iPhone lässt sich bereits eine Anwendung herunterladen. Per Knopfdruck kann der Nutzer damit eine Radarfalle melden - die Position wird dann automatisch per GPS bestimmt und an Sixt übermittelt. Nach Beyers Angaben wird es demnächst zudem eine Version für Blackberrys geben.

Nutzer des Dienstes können sich per SMS warnen lassen, wenn zum Beispiel in der Nähe ihres Wohnorts ein mobiler Blitzer gemeldet wird. Die iPhone-Anwendung zeigt zudem die Radarfallen in der näheren Umgebung an. Das Modell ähnelt dem des US-Blitzerdienstes Trapster.

Empörung ist einkalkuliert

Das besondere bei Radalert dürfte jedoch die Verbindung mit dem Autovermieter Sixt sein. Dort denkt man darüber nach, den Dienst über Flyer in den Mietfahrzeugen des Unternehmens zu bewerben und will die Sixt-Vertriebswege nutzen. "Wer kein Smartphone hat, kann demnächst auch über unser Callcenter Blitzer durchgeben", sagt Beyer.

Dass die Community für Kontrollvermeider vielen ein Dorn im Auge sein dürfte, ficht Sixt nicht an. Im Gegenteil: Der Autovermieter aus dem bayerischen Pullach setzt seit Jahren auf krawalliges Marketing. Einst photoshoppte das Unternehmen die damalige Umweltministerin Angela Merkel in ein Cabrio - freilich ohne die CDU-Politikerin um Erlaubnis zu fragen. Die Überschrift dazu lautete: "Lust auf eine neue Frisur?"

Rechtliche Situation ist unklar

Einige Juristen bezweifeln, ob derartige Dienste rechtlich einwandfrei sind. Es gibt bisher allerdings keine eindeutige Rechtsprechung. Laut der Straßenverkehrsordnung (§23 Abs 1.) ist es dem "Führer eines Kraftfahrzeuges … untersagt, ein technisches Gerät zu betreiben ..., das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören".

Konkret erwähnt werden im Gesetzestext allerdings nur Radarwarn- oder Laserstörgeräte. Ob auch ein iPhone unter den Paragrafen fällt? Es gehe bei Radalert ja nicht darum, Raserei zu unterstützen, verteidigt Beyer seine Dienst. "Auf Radarwarner hinzuweisen, hat ja eine erzieherische Wirkung", sagt der Sixt-Mann. Schließlich meldeten ja auch lokale Radiostationen mobile Polizeikontrollen - und niemand sei bisher auf die Idee gekommen, deswegen Autoradios zu verbieten.

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insgesamt 24 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
30.01.2009 von xysvenxy: Generell falsch...

Ich geb zu, ich fahre in der Stadt auch schonmal 60, auf der Autobahn auch mal bis zu 20 km/h über dem Tempolimit. Ich passe aber meine Geschwindigkeit generell an die Gegebenheiten an - ergo respektiere ich 30er-Zonen (wobei ich [...] mehr...

29.01.2009 von andy69: ergiebigere Formel:

Bei uns scheint mir vielerorts eher der Grundsatz 85% minus 20km/h zu gelten... Man nehme eine breite Einfall/Ausfallstrasse und wenn die meisten Autofahrer dort zwischen 90 und 100 fahren, pappt man flugs ein 70er Schild an [...] mehr...

29.01.2009 von smokeonit: Pr?

und wenn ich mir es recht überlege sieht der artikel fast nach werbung aus... product placement sozusagen... das fehlen von mehr info über schon wesentlich länger am markt bestehende lösungen, keine fotos/screenshot dieser ist [...] mehr...

29.01.2009 von smokeonit: sehr gut formuliert!

sehr gut formuliert! in den USA gilt der 85% grundsatz für tempolimits... ein tempolimit muss sich nach dem richten was 85% des verkehr fährt...!!! mehr...

29.01.2009 von smokeonit: nicht verstanden worum es geht..

aber nicht vor mobilen blitzern, da braucht man schon etwas wie trapster...! die angebote von scdb.info z.b. sind nur fest installierte blitzer das wars... es geht doch um mobile blitzer und eine community die altiv meldet... [...] mehr...

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  • Datum: Mittwoch 28.01.2009 | 12:21 Uhr
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