Kraftstoffkosten: Benzinpreise steigen auf Jahreshoch

Pünktlich vor Beginn des Osterwochenendes steigen die Benzinpreise auf den höchsten Stand in diesem Jahr. Die Mineralölkonzerne begründen den Anstieg mit höheren Rohölkosten. Einige Autoclubs vermuten jedoch verbotene Preisabsprachen.

Frankfurt/Main - Zum langen Osterwochenende verlangen die Tankstellenkonzerne nach Einschätzung von Autoclubs deutlich zu viel für Benzin und Diesel. "Die Preise sind überhöht", sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel am Donnerstag. Zwar seien die Ölpreise leicht gestiegen. Die Erhöhungen beim Sprit seien aber nicht gerechtfertigt. "Unserer Meinung nach hängt das ganz klar mit Ostern zusammen", sagte Hölzel.

Tankstelle: Ein Liter Superbenzin kostet im Schnitt 1,27 Euro, für Diesel sind 1,09 Euro fällig
DPA

Tankstelle: Ein Liter Superbenzin kostet im Schnitt 1,27 Euro, für Diesel sind 1,09 Euro fällig

Unmittelbar vor dem Osterwochenende lagen die Spritpreise so hoch wie lange nicht mehr: Superbenzin kostete im Schnitt 1,27 Euro, Diesel 1,09 Euro pro Liter, wie der Shell-Konzern mitteilte. Eine Sprecherin begründete dies mit zuletzt deutlich höheren Kosten für Rohöl. Der Ölpreis stieg am Donnerstag um 1,73 Dollar auf 51,11 Dollar pro Fass - ein neuer Höchststand für 2009. Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) verwies darauf, dass die Beschaffungskosten seit Beginn des Jahres um 54 Prozent zugelegt hätten. "Es liegt nicht an Ostern", sagte MWV-Hauptgeschäftsführer Klaus Picard. Für die Preiskalkulation seien die Einkaufskosten entscheidend.

Der Auto Club Europa (ACE) bezweifelte diese Begründung. "Die neuen Preise haben absolut keine Grundlage, denn die Konzerne sind meist gar nicht auf den Großmarkt angewiesen, sondern haben langfristige Lieferverträge. Sie nehmen eben jeden Cent mit, den sie kriegen können", sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner der "Bild"-Zeitung.

Der ACE-Sprecher forderte das Kartellamt auf, den Tankstellenmarkt zu kontrollieren. "Das Amt muss endlich klären, ob es verbotene Preisabsprachen gibt. Im vergangenen Jahr wurde den Verbrauchern eine Marktüberprüfung versprochen, aber Ergebnisse stehen bis heute aus", sagte Hillgärtner. Wenn es möglich sei, den Strom- und Gasversorgern auf die Finger zu klopfen, müsse das auch bei den Mineralölkonzernen machbar sein.

rom/AP/dpa

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  • Datum: Donnerstag 09.04.2009 | 15:37 Uhr
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