Debatte um CO2-Emissionen: Warum Elektroautos nicht gefördert werden sollten

Sollte die Politik Elektroautos mit Subventionen fördern? Auf keinen Fall, argumentiert Automobilwoche-Chefredakteur Guido Reinking. Denn Stromvehikel sind umweltpolitisch fragwürdig: Ihre CO2-Bilanz ist schlechter als die vieler moderner Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

SPIEGEL ONLINE argumentiert in einem Kommentar dass die deutsche Automobilindustrie, das Elektroauto verschlafe - und kritisiert die deutsche Politik, weil sie solche Autos nicht fördere.

Es ist derzeit en vogue, sich über die angeblichen umweltpolitischen Versäumnisse der deutschen Verkehrspolitik und der deutschen Automobilindustrie zu beklagen. In Talkshows und Onlineforen erntet kräftigen Applaus, wer die deutschen Autobosse und die Politik des Umweltfrevels bezichtigt.

Vorstellung des Mini E in Los Angeles (2008): Mehr CO2-Emissionen als die Dieselversion des selben Modells
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Vorstellung des Mini E in Los Angeles (2008): Mehr CO2-Emissionen als die Dieselversion des selben Modells

Der SPIEGEL-ONLINE-Autor beklagt, dass es im Gegensatz zu Großbritannien und China in Deutschland keine finanzielle Förderung von Elektroautos gibt. Zunächst könnte man fragen, welchen Sinn es macht, Autos zu fördern, die es gar nicht zu kaufen gibt.

Zwar stehen mit GM/Opel und Mitsubishi zwei Hersteller in den Startlöchern. Doch die Stückzahlen der von ihnen angebotenen Modelle werden in den nächsten Jahren äußerst gering sein. Eine Förderung würde die Produktion, die vor allem von technischen Limits begrenzt wird, kaum steigern können.

Wichtiger ist jedoch die Frage, welchen umweltpolitischen Zweck man eigentlich mit dem Elektroauto verfolgt. So hat Greenpeace errechnet, dass jeder der 50 Elektro-Mini, die in Berlin getestet werden, wegen der Kohlekraftwerke des Stromlieferanten Vattenfall 133,5 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt. Das sind fast 30 Prozent mehr als der Mini Cooper D. In Kalifornien, wo bald 500 E-Mini ihre Runden drehen und der Strom häufig aus überalterten Öl-Kraftwerken kommt, dürfte der CO2-Wert noch schlechter ausfallen.

Besonders seltsam wird es, wenn man ausgerechnet China als ökologisches Musterbeispiel für die Förderung von Stromautos heranzieht. Denn dort wird die Elektrizität zu 75 Prozent aus Kohle erzeugt. Dazu verbrennt das Reich der Mitte ein Viertel der weltweit geförderten Kohle. Als Folge bringt jeder Fahrer eines Elektroautos in China die Welt näher an die Klimakatastrophe.

Der Käufer eines modernen Benzin- oder Diesel-Pkw sollte stattdessen belohnt werden. Doch Chinas Regierung will mit dem Förderprogramm ohnehin nicht die Umwelt schonen, sondern die Abhängigkeit von Öl-Importen reduzieren. Kohle besitzt das Land genug. Und es ist fest entschlossen sie - Gott steh uns bei - zu fördern und zu verbrennen.

Die fiskalische Förderung von bestimmten Technologie birgt immer Risiken: Sollten tatsächlich Politiker oder gar Journalisten besser wissen, welche Technik zu emissionsfreiem Fahren führt, als Ingenieure? Oder sollte nicht der Kunde entscheiden, welche Technologie bei seiner Fahrweise die beste ist? Dazu müsste man einfach nur eine Steuer auf CO2 erheben. Und zwar nicht auf den theoretischen CO2-Ausstoß eines Autos pro Kilometer in einem unrealistischen Testzyklus, sondern das tatsächlich ausgestoßene CO2. Das geht einfach und unbürokratisch, indem man nur den Kohlenstoffgehalt in den fossilen Brennstoffen für Autos und Kraftwerke besteuert. Schon wird ein stetig steigender Nachfragedruck in Richtung klimafreundlicher, sparsamer Autos erzeugt.

Alles andere führt nur zu einer ausufernden Subventionitis und zu Fehlsteuerungen wie bei der Abwrackprämie. Ein paar Beispiele aus dem Absurditäten-Kabinett staatlicher Umweltförderung: In den USA bekommen Käufer von Hybrid-Autos einen Steuerbonus und dürfen auf Autobahnen eine für Autos mit mehreren Insassen reservierte Fahrspur benutzen. Mit der Folge, dass man in Los Angeles schwere Lexus-Hybride mit Vollgas auf dieser Fahrspur entlang rasen sieht.

In solchen Fahrzuständen verbraucht ein Hybrid aber mehr Kraftstoff als ein herkömmliches Auto. In New York schreibt ein Gesetz vor, dass Taxifahrer nur noch Hybrid-Autos nutzen dürfen. Die fahren damit aber nur im reinen Verbrennungs-Modus, um die teuren Batterien zu schonen, schleppen also 100 Kilogramm nutzlosen Ballast mit sich herum und verbrauchen entsprechend mehr Benzin.

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07.05.2009 von mr future: Dump the Pump

Danke, Skarrin....ich bin übrigens auch ein Teil der Pluginamerica Initiative und trage manchmal das "Dump-the-Pump" T-Shirt....aber noch vorsichtig und wenn elektrisch unterwegs. Da trifft man interessante Leute, die [...] mehr...

07.05.2009 von Johanna.1.15: ...

[QUOTE=Skarrin;3711858]Nun ja, das hängt wohl davon ab, wie man "effizient" definiert. Ist es effizient, Stunden auf's Laden zu warten, um die nächsten 100 km fahren zu können? Ist es effizient, mit 2 Fahrzeugen [...] mehr...

07.05.2009 von Skarrin: 2. Teil

Was soll denn dieses wirre Gerede? Es gibt in Deutschland massenhaft "abgelegene" Dörfer und Kleinstädte ohne Bahnanschluß, und dank der Bahnruinierer Modell Mehdorn werden es immer mehr. Was hätten z.B. die [...] mehr...

07.05.2009 von Skarrin: Ist Effizienzresistenz heilbar? Ich versuchs nochmal...

Ich wiederhole es gerne noch ein paar Mal: da ein Elektroauto an sich viel effizienter ist als eines mit Verbrennungsmotor, ist ein effizient genutztes Elektroauto auch viel effizienter als ein effizient genutztes [...] mehr...

07.05.2009 von Skarrin: Massenproduktion = niedrige Kaufpreise

Was haben denn die Herstellungskosten mit dem Energieverbrauch bei Nutzung zu tun? Autos mit Verbrennungsmotoren sind vergleichsweise billig, weil sie in großen Stückzahlen produziert werden, nicht weil sie so effizient sind. [...] mehr...

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  • Datum: Mittwoch 22.04.2009 | 09:11 Uhr
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