Superior 54 Sport Wagon: Der Rockabilly-Kombi

Von Jürgen Pander

Der Corvette Nomad war 1954 einer der Stars der Motorama-Show von General Motors. Jetzt, 55 Jahre später, wird der coole Kombi-Sportwagen tatsächlich gebaut. Ein Unternehmen aus Oregon will eine Kleinserie von 25 Modellen auflegen.

"Ein paar Menschen werden schon bald die Gelegenheit haben ein Stück Geschichte zu fahren." Brad Peterson, Besitzer der Firma Superior Glass Works in Mulino im US-Staat Oregon, wirbt mit blumigen Worten in eigener Sache. Denn sein Unternehmen, das seit mehr als 30 Jahren die Hot-Rod-, Drag-Racing- und Custom-Szene mit Karosserieteilen aus Fiberglas beliefert, stellt nun erstmals ein eigenes Auto auf die Räder. Superior 54 Sport Wagon heißt das Modell, von dem es lediglich 25 Exemplare geben wird; jedes 125.000 Dollar teuer - und das ohne Motor.

"Ich schätze, dass man nicht mehr als 50.000 Dollar drauflegen muss, um das Auto zu komplettieren. Wer es darauf anlegt, kann aber zusätzlich auch das Doppelte oder Dreifache investieren", sagte Peterson gegenüber SPIEGEL ONLINE. Die Sache ist nämlich die: Wer bei Superior einen Superior 54 Sport Wagon ordert, erhält ein sogenanntes complete rolling package: Fahrwerk, Lenkung, Bremsen, Transaxle-Getriebe (Sechsgang-Schalt- oder Automatikgetriebe) Räder und die Karosserie sind komplett vormontiert. Was allerdings noch fehlt ist die Lackierung, die Inneneinrichtung, die Verkabelung und eben der Motor.

Diese Details soll jeder Kunde ganz nach dem persönlichen Geschmack auswählen und einbauen. "So lässt sich der Wagen völlig individuell herrichten", erklärt Peterson. Das wäre eigentlich gar nicht nötig, denn das Auto an sich wird schon auffallen wie ein Rocker beim Opernball. Vorbild für das lässig-geräumige Design war die Studie Corvette Nomad, ein Prototyp, den General-Motors 1954 auf der damaligen Motorama-Show präsentierte, der jedoch nie in Serie gebaut wurde.

25 Exemplare werden gebaut, noch nicht alle sind verkauft

Das ändert sich jetzt. "Noch sind nicht alle der 25 geplanten Exemplare verkauft", lockt Peterson die potentielle Kundschaft. Der Wagen dürfte vor allem Corvette-Fans ansprechen, denn das Chassis stammt von der Corvette C5, die von 1997 bis 2005 gebaut wurde. Entsprechend sind auch die Aufnahmepunkte für den Motor ganz auf Chevrolet getrimmt. Peterson sagt dann auch: "Eine ideale Motorisierung für das Auto wäre natürlich der V8-Small-Block von Chevrolet aus der LS-Serie. Diesen Motor gibt es in diversen Leistungsstufen." In der Corvette aus den späten neunziger Jahren wurde vor allem die Version mit 344 PS eingesetzt.

Es ist aber längst nicht nur das wilde Fahrgefühl, das dieses Auto ausmachen wird. Es ist vor allem die hinreißende Optik. Denn so lässig fuhr schon lange kein Kombi mehr vor. Das fertige Rolling Package wiegt lediglich 820 Kilogramm - man kann das Auto also bei entsprechendem Ausbau zu einem durchweg schlanken Fahrzeug komplettieren. Die Karosserie wird übrigens mit mehr als 60 speziell angefertigten Chromteilen bestückt. Wer dann noch eine schillernde Lackierung wählt, der wird - zumindest so lange er in diesem Auto sitzt - vorübergehend zum Star. Die Blicke jedenfalls sind dem Wagen und den Insassen sicher.

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  • Datum: Mittwoch 22.07.2009 | 06:44 Uhr
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