Luftverschmutzung in Indien: Mehr als 60.000 Autos aus Kalkutta verbannt

Umweltschutz radikal: Seit Samstag dürfen mehr als 60.000 über 15 Jahre alte Autos nicht mehr in der indischen Metropole Kalkutta gefahren werden. Betroffen ist vor allem der öffentliche Nahverkehr. Die Aktion zeigt schon jetzt Wirkung: Der Sauerstoffgehalt der Luft ist um 15 Prozent gestiegen.

Kalkutta - Im Kampf gegen die chronische Luftverschmutzung in der indischen Millionenmetropole Kalkutta haben die Behörden mehr als 60.000 Altautos von den Straßen verbannt. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um mehr als 15 Jahre alte Autorikschas, Busse, Taxis und Lastwagen. Das oberste Gericht der Stadt hatte den Eigentümern vor einem Jahr ein zwölfmonatiges Ultimatum gesetzt, die gewerblichen Fahrzeuge auszurangieren. Die Frist lief am Samstag ab.

Taxi in Kalkutta: Wegen der seit Samstag geltenden Regelung streiken viele Fahrer in der indischen Metropole

Taxi in Kalkutta: Wegen der seit Samstag geltenden Regelung streiken viele Fahrer in der indischen Metropole

"Heute ist ein grüner Tag für die Stadt", sagte der Umweltaktivist Subhas Dutta, der mit einer Klage das gerichtliche Verfahren ins Rollen gebracht hatte. Mehrere Verkehrsverbände kündigten hingegen an, die Entscheidung vor dem Obersten Gerichtshof des Landes anzufechten. Es wird erwartet, dass sich das Gericht am Dienstag mit dem Fall beschäftigen wird. Laut einer Untersuchung der Umweltorganisation SAFE hat sich die Luftqualität in der 15-Millionen-Stadt seit Samstag bereits merklich verbessert, wie die Tageszeitung "The Times of India" berichtete. In mehreren verkehrsreichen Vierteln sei die CO2-Belastung Messungen zufolge um mehr als 50 Prozent zurückgegangen, während der Sauerstoffgehalt um über 15 Prozent gestiegen sei.

Mehrere Bewohner äußerten Zustimmung zur Ausrangierung der Altwagen. Andere hingegen zeigten sich besorgt, dass zu Beginn der Arbeitswoche nicht mehr genügend öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen könnten. Der Computerexperte Arindam Chaterjee sagte, er habe bereits am Sonntag Probleme gehabt, ein Taxi zu bekommen: "Ich frage mich, wie das an Werktagen werden soll."

Manik Banerjee, AP

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  • Datum: Sonntag 02.08.2009 | 16:33 Uhr
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