Aus Frankfurt am Main berichtet Jürgen Pander
Es ist genau zwei Jahre her, dass Volkswagen Bahnbrechendes verkündete. Vorstandschef Martin Winterkorn enthüllte auf der IAA die Studie Up - und kündigte an, der Wagen werde als Serienmodell weniger als drei Liter Benzin verbrauchen.
BMW rollte einen weißen X6 mit Hybridantrieb auf die Bühne.
Mercedes enthüllte das Forschungsfahrzeug F 700 - mit angeblich zukunftsweisendem Diesotto-Motor, einem selbstzündenden Benziner.
Selbst bei Porsche stand eine Hybrid-Studie des Geländemonsters Cayenne.
Und diesmal? VW zeigt abermals einen Up, diesmal mit Elektroantrieb aber immer noch ohne Serienversion. Auf den E-Up muss die Kundschaft voraussichtlich bis 2013 warten. Weiter ohne aktuelles Hybrid-Modell sind BMW und Porsche. Der einzige deutsche Hersteller mit einem Hybridauto ist Daimler: Dessen Mercedes S-Klasse gibt es mit dieser Technik - für gut 85.000 Euro und mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,9 Liter.
Von diesem Nobel-Hybrid abgesehen ist keines der grünen Autos der IAA 2007 heute verfügbar. Das liegt zum einen an den langen Entwicklungszyklen in der Autoindustrie; es verschlingt nun mal eine Menge Zeit, bis ein derart komplexes Produkt absolut narrensicher konstruiert ist und die Vorbereitungen zur Produktion abgeschlossen sind. Zum anderen aber scheint das Interesse an wirklich zukunftsweisenden Fahrzeugen und neuartigen Antriebssystemen im Alltagsgeschäft rasch zu erlahmen, sobald die Messebühnen wieder abgebaut sind.
Der Staat soll Geld geben
Die Autofirmen begründen das geringe Tempo oft mit einem Mangel an öffentlicher Förderung, was man als ziemlich groteske Ausrede werten kann. "Es ist die ureigenste Aufgabe von Industrieunternehmen, in Forschung und Innovation zu investieren", sagt Wirtschaftsprofessor Wolfgang Meinig von der Uni Bamberg.
Außerdem: Es wird ja gefördert. Im "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität" stehen allein bis 2011 insgesamt 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II bereit; und selbst Detailbereiche wie die Vernetzung einzelner Elektronikkomponenten im Automobil werden mit Steuergeldern unterstützt, zum Beispiel im kürzlich gestarteten Projekt SEIS.
Geld scheint nicht das Hauptproblem zu sein, denn es gibt ja genug neue Autos - nur sind die meisten im alten Geiste konzipiert. Supersportwagen wie der Mercedes-AMG SLS, der Audi R8 Spyder oder der Porsche 911 Turbo, die auf dieser IAA debütieren, scheinen nach wie vor die eigentliche Passion der Hersteller zu sein.
Gestern die Zukunft, heute verschwunden
Es ist also Skepsis angebracht, wenn in den kommenden Tagen neben solchen Boliden auch die tollsten Fahrzeuge für umweltverträglicheres Fahren präsentiert werden. Über einige wird man in zwei Jahren gar nicht mehr sprechen. Und andere werden noch mehrere Messen vor sich haben, ehe sie auf die Straße gelangen.
So ergeht es zum Beispiel jenem Auto, das General Motors auf der IAA 2007 vorstellte: die Studie Flextrem. Vor zwei Jahren sagte der damalige Konzern-Vizechef Bob Lutz, dass "die Technik bereits im kommenden Jahr ausgereift und fahrfertig" sei. Es kam anders.
Inzwischen heißt die europäische Variante des Elektroautos mit zusätzlichem Benzinmotor (Range Extender) Opel Ampera, wird abermals auf der IAA stehen und soll - so heißt es nun - Ende 2011 auf den Markt kommen.
Dass auf Messen viel mehr hinausposaunt wird, als später tatsächlich real auf die Straße kommt, ist kein gänzlich neues Phänomen. Schon auf der IAA des Jahres 1981 stand Energiesparen im Vordergrund. Dass dies nennenswerte Folgen für die Produkte der kommenden Jahre hatte, daran kann sich indes niemand erinnern.
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Wenn wir wirklich unsere Welt bewahren wollen, sollten endlich insbesondere die Nahverkehrssysteme ausgebaut werden, der Individualverkehr war immer schon ein zerstörerisches Monstrum und wird mit Elektroantrieben nur [...] mehr...
Auf einigen Messeständen das Alibi Elektroauto. Nichts was mit dem Renault Kangoo Cleanova II (http://auto.pege.org/2007-ever-monaco/renault-kangoo-2.htm) vergleichbar wäre, den ich März 2007 in Monaco Probe gefahren bin. [...] mehr...
..wobei es schon so ist, dass ein geregelter 3 Wege Katalysator bei optimaler Betriebstemperatur fast 100% des Kohlenmonoxids zu CO2 wandelt. Daher ist die Bemerkung des Foristen, dass die Abgase neuer Fahrzeuge weniger [...] mehr...
Fuer die Breiten Massen wird von der Deutschen Autoindustrie nichts angeboten an Elektroantrieb etc. Die Zeit ist laengst reif fuer andere Antriebsmöglichkeiten als Benzin oder Diesel . Ich habe als kleiner Junge , damals etwa 5 [...] mehr...
Alte Diesel emittieren nahezu kein CO. mehr...
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