Detroit - Nach einem tödlichen Unfall steht der japanische Autohersteller Toyota vor dem größten Rückruf seiner Unternehmensgeschichte in den USA. Sollte sich der Verdacht eines technischen Mangels bestätigen, werde der Konzern ungefähr 3,8 Millionen Fahrzeuge zur Überprüfung in die Werkstätten holen, teilte Toyota am Dienstag mit. Betroffen seien nach Konzernangaben acht Modelle der Marken Toyota und Lexus, darunter auch der Prius Hybrid, aus den vergangenen sechs Produktionsjahren.
US-Verkehrsminister Ray LaHood bezeichnete die Angelegenheit als dringend. Den Behörden liegen demnach inzwischen Berichte von 100 Fällen vor, in denen wie bei dem tödlichen Unfall das Gaspedal blockiert war. 17 Mal sei es deswegen zu Unfällen gekommen, bei denen fünf Menschen getötet worden seien, hieß es. Den Angaben zufolge verhakt sich das Gaspedal mit der Fußmatte, die nicht ausreichend befestigt sei.
In der Folge lässt sich die Geschwindigkeit nicht mehr drosseln, und das Bremsen wird erschwert. Toyota forderte seine Kunden auf, alle Fußmatten im Pedalbereich zu entfernen. Die Matten seien nicht fehlerhaft, sagte der Sprecher. US-Kunden hätten jedoch die Angewohnheit, Fußmatten zu schonen, indem sie eine zweite darauf legten oder die Originalmatte entfernten. Die Ersatzmatte sei dann aber nicht korrekt befestigt. Die Ermittlungen zu dem Unfall in Kalifornien laufen. Mit dem Rückruf will der Konzern jedoch noch warten, bis die Untersuchung zu dem tödlichen Unfall abgeschlossen sind.
Modelle auf dem deutschen Markt sind nicht betroffen
Bei der Karambolage kamen im August bei San Diego in Kalifornien vier Menschen ums Leben. Kurz vor dem Unglück hatte sich ein Mitfahrer unter der Notrufnummer gemeldet und berichtet, das Gaspedal lasse sich nicht mehr bewegen und die Geschwindigkeit habe inzwischen rund 190 Kilometer pro Stunde erreicht.
Bei den Toyota-Modellen auf dem deutschen Markt bestehe das Problem nicht, sagte ein Unternehmenssprecher SPIEGEL ONLINE. Allerdings könne man auch hierzulande nicht ausschließen, dass der Fahrer eine zweite Matte in den Fußraum legt.
rom/AFP/Reuters/dpa-AFX
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