Von Jürgen Pander
Brabus lässt den Tesla klingen, als ob Klingonen erfreut werden sollten
Die Bottroper Tuningfirma Brabus knöpfte sich unlängst den Elektrosportwagen Tesla Roadster vor und brezelte den Zweisitzer aus den USA nach allen Regeln der Branche auf. Zur Ausstattung gehörte auch ein sogenannter Space-Sound-Generator, der über vier Lautsprecher im Kofferraum einen künstlich erzeugten Ton in Abhängigkeit von der Gaspedalstellung wiedergab. Der Fahrer hat dabei die Wahl zwischen einem eher klassischen "V8"-Klang und einem Science-Fiction-artigen "Warp"-Geräusch (Tonbeispiele siehe links). Brabus-Sprecher Dalibor Erakovic weist darauf hin, dass "jeglicher Sound programmiert werden könne, sofern er die nötige Emotionalität ausstrahlt".
Wer den Tesla Roadster in der Serienversion fährt, wird nichts von solchen Klangtüfteleien hören, denn das Auto ist frei von künstlichen Geräuschen. "Wir glauben, es ist richtig, dass die Autos möglichst leise sind. Fahrräder werden ja auch nicht mit Soundgeneratoren ausgerüstet", sagt Craig Davis von Tesla Motors. Eine höhere Unfallgefahr, weil andere Verkehrsteilnehmer den Wagen überhören könnten, hält er für höchst unwahrscheinlich. "Dazu kommt, dass Fahrer von Elektroautos - weil sie nicht schalten müssen - stets beide Hände am Lenkrad haben. Das erhöht die aktive Sicherheit enorm."
Der Mini E fährt ohne Extra-Sound - bislang völlig problemlos
Auch bei der Marke Mini, die derzeit 600 Elektrovarianten des Kleinwagens in mehreren Großstädten weltweit testet, gibt es keinerlei Soundtuning - und auch noch keinerlei Vorkommnisse, bei denen die akustische Schleichfahrt der Autos in irgendeiner Weise negativ auffiel. "Sinn des Feldversuchs ist es unter anderem auch, herauszubekommen, ob die Stille von Elektroautos bei langsamer Fahrt zum Problem werden kann", sagt Mini-Sprecher Cypselus von Frankenberg.
Schwieriger als die Frage, welcher Sound es denn sein soll, dürfte die nach der Lautstärke werden. Denn wenn auch Mobiltelefon-Wichtigtuer oder mit iPod-Ohrhörern verstöpselte Passanten mitkriegen sollen, dass da ein Elektroauto herangefahren kommt, dürfte der Stadtverkehr der Zukunft noch sehr viel lauter und dissonanter werden als er es jetzt schon ist.
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